Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B Referate. Urgeschichte. 
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Rohmaterialien in entfernten Gegenden; die andere glaubte sie in der Nähe 
nachweisbar. In den letzten Jahren hat die letztere Meinung, obwohl nicht 
eigentlich bewiesen, immer mehr Anklang gefunden. Verfasser hat nun 
mit Hülfe von chemischen Analysen und mikroskopischen Untersuchungen, 
die von Herrn Bodmer in Zürich gemacht wurden, den Nachweis zu leisten 
unternommen, dass nicht bloss, wie man seit langer Zeit wusste, der Saussurit 
in der Schweiz anstehend gefunden wird, sondern auch die übrigen Nefritoide 
und zwar Nefrit am Gotthard und im Wallis, Jadeit und Chloromelanit in 
saussüritischen Gesteinen des Kts. Wallis. Dadurch sind nun zunächst die 
ungemein zahlreichen Nefritfunde der Schweiz in ihrer Herkunft erklärt; 
da aber im Grazer Museum nach den neuesten Nachrichten über 500 Stücke 
Rohnefrit aus den Schottern der Mur geborgen sind, so ist es wohl ausser 
Zweifel, dass auch in den Alpen Nefrit anstehend gefunden werden muss, 
was Hofrat A. B. Meyer schon vor langer Zeit behauptet hat. Es wäre 
sehr zu wünschen, dass auch in Graz einige chemische Analysen und 
mineralog.-petrographische Untersuchungen Hand in Hand gingen mit einem 
neuen Versuch zur Ermittlung des bezüglichen anstehenden Gesteins. 
Selbstbericht. 
y. Italien. 
57. L. Pigorini: Prime scoperte ed osservazioni relative all’ etä 
della pietra dell’ Italia. Rendic. d. R. Accad. dei Lincei, 
cl. di scienze morali, stör, e filol. 1902. Vol. XI, S. 348. 
Zusammenstellung der ziemlich zahlreichen Nachrichten aus der älteren 
italienischen Literatur, aus denen hervorgeht, dass man bereits um die 2. 
Hälfte des 16. Jahrh. den prähist. Steinwerkzeugen und Steinwaffen Auf 
merksamkeit schenkte und sie sammelte. Entsprechend der uralten Volks 
anschauung hielten einzelne Schriftsteller diese „Cerauniae“ für mit dem Blitz 
herabgefallene Steine, andere jedoch, darunter Michele Mercati (1541 —1593), 
v °n dem die älteste Nachricht herrührt, erkannten bereits ihren wahren Ur 
sprung und ihre wirkliche Bedeutung. Der erste, der in Italien über die 
^teinwaffen, wie überhaupt über die vorgeschichtlichen Funde insgesamt 
systematische Untersuchungen anstellte, war B. Gastaldi. Die vor ihm 
(1860) liegenden Nachrichten (29 an der Zahl) stellt Verf. nun zusammen. 
Dr. Buschan- Stettin. 
58. 0. Montelius: On the earliest Communications between Italy 
and Scandinavia. Journal of the Anthrop. Institute, 1900. 
Vol. XXX. S. 89—94. Taf. V—VIII. 
Zum Beweise eines frühen Handelsverkehrs zwischen Nord- und Süd- 
europa führt M. eine Anzahl Beispiele an: Bronzegefässe der La Tene-Zeit, 
aus der Hallstatt-Zeit gerippte Cisten und Situlen, etwas ältere Bronze- 
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