Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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В. Referate. Urgeschichte. 
В. Speeielles, Funde. 
I. E u г о p a. 
a. Frankreich. 
50. A. Rutot: Les ballastières des environs de Paris. Bulletin 
de la Société Belge de Géologie, 1900. Vol. XIV, S. 324 
bis 331. 
R. teilt die Beobachtungen mit, die er gelegentlich des Pariser Anthro 
pologenkongresses an verschiedenen französischen Fundstellen gemacht hat. 
In Cergy ruht die Fundschicht unmittelbar auf dem Tertiär. Fauna und 
Artefakte zeigen eine Mischung verschiedener Perioden, ln Chelles enthält 
die untere Schicht (Stufe des Elephas antiquus) hauptsächlich die Industrie 
mesvinienne und nur wenig Exemplare des coup-de-poing chelléen; R. be 
trachtet das Chelléen Mortillets nur als Übergang vom Mesvinien zum 
Acheuléen. Die obere Schicht (Stufe des Elephas princip.) entspricht dem 
Acheuléen. In Bicêtre konstatiert R. in der dem Tertiär auf lagernden 
Kiesschicht seine Industrie reutelienne. In Villejuif hatte Laville geglaubt, 
eine vom üblichen chronologischen Schema abweichende Reihenfolge der 
steinzeitlichen Industrien beobachten zu können. R. führt die Abweichung 
jedoch auf eine Störung der Schichten zurück. j) r . j, Götze-Berlin. 
Ф 
51. Ш. Boule: La caverne à ossements de Montmaurin (Haute- 
Garonne). L’Anthropologie, 1902. Bd. XIII, S. 305 (9 Abb.). 
Die Höhlen der Pyrenäen enthalten entweder an die Kälte angepasste 
Arten (Mammuth, Rhinocéros tiehorhinus, Renntier) oder seltener eine 
wärmeliebende Fauna (Rhinocéros Mercki, Ilyaena sp., Macacus sp. 
u. s. w.) : so in Montoussé (H tes Pyrénées), in Es-Taliens unweit Bagnères de 
Bigorre und in Montsaunès (H te Garonne). Die von Cartailhac untersuchte 
und von B. beschriebene Höhle gehört dieser „warmen“ Gruppe an. Sie 
liegt im Departement H te Garonne unweit der Grenze der Dep*" ts H tcs 
Pyrénées und Gers in einem Hügel der Kreideformation, auf dem linken 
Ufer der Seygouade, 40 m oberhalb des Thalwegs. Sie ist mit Sinter und 
einer sehr harten Knochenbreccie vollständig angefüllt. 
Die Knochen sind stark zersplittert und mit Sinter bedeckt. Indessen 
konnten noch folgende Arten bestimmt werden: Rhinocéros Mercki, 
Equus caballus, Sus scrofa, Bos sp., Cervu s elaphus, C. capreolus, 
Canis lupus, Ursus sp., Hyaena brunnea Thumb. ( = H. fusca Geofr.), 
Machairodus latidens, Castor sp. Diese Fauna ist sehr bemerkens 
wert, weil sie genau zwischen der pliocänen und quartären Fauna steht. 
Das ist besonders von Equus hervorzuheben, der niemals in pliocänen 
Schichten gefunden wurde, und von .Machairodus latidens. der sich 
sehr gut vom pliozänen M. crenatidens unterscheidet.
        

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