Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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Sapuki, Sanapana, Angaite und Lengua. Von diesen allen erfahren wir 
historische und — an der Hand eines von dem Zoologen und Forschungs 
reisenden Dr. Bohls dem Verf. überlassenen Vokabulars der Lengua Gekoin- 
lahaak —- sprachliche Feststellungen, wobei auch die bereits früher von 
Koch im Globus behandelten Lengua ausführlicher klassifiziert werden. 
Dr. IL Th. Pr euss-Steglitz. 
47. C. V. Hartman: Etnoyrafiska undersökningar öfver aztekerna 
i Salvador. Ymer 1901. S. 277 ff. Mit 30 Abbildungen. 
Nach Abschluss seiner archäologischen Untersuchungen in Costa Rica 
(s. Centralblatt 1902, IX, S. 254) beschäftigte sich Verf. vom Herbst 1897 
bis zum Frühling 1899 mit ethnographischen Studien unter den Azteken 
in Salvador, den sg. Pipilen. Der vorliegende Aufsatz giebt eine kurze 
Übersicht über die dabei gewonnenen Ergebnisse. Von grosser Bedeutung 
ist die vollständige somatologische Untersuchung von 100 Individuen (80 männl., 
20 weibl.), die erste dieser Art, die in Central-Amerika ausgeführt worden 
ist. Die Indianer dieser Gegenden hegen nämlich ein starkes abergläubiges 
Misstrauen gegen das Photographieren u. dergl., und nur dadurch, dass eine 
Anzahl Soldaten ihm behufs Untersuchung zur Verfügung gestellt wurde, 
gelang es dem Verf., ein so reiches Material zu gewinnen. Als merk 
würdigstes Ergebnis hebt er die geringe durchschnittliche Körperlänge, 
150—160 cm, hervor, die er auch bei anderen centralamerikanischen 
Stämmen, z. B. bei den Quicheen in Guatemala, beobachtet hat, obwohl 
er bei diesen Zwergvölkern gerade keine Messungen vornahm. 
Nur etwa ein Viertel von den Pipilen spricht noch aztekisch. Verf. 
hat bei ihnen eine umfangreiche Wortliste gesammelt; bisher waren von 
den aussermexikanischen Nahuatl-Dialekten nur sehr unbedeutende Samm 
lungen vorhanden. Verf. betont die erstaunliche Stabilität der Sprache, die 
bei einem Vergleich der jetzigen Pipilensprache mit dem Aztekischen des 
XVI. Jahrhunderts hervortritt. Weiter hat er sich, unter Beihülfe von zwei 
Indianern, mit der Deutung von aztekischen Lehnwörtern in der spanischen 
Sprache Centralamerikas beschäftigt, eine infolge der starken Entstellung 
der Wörter oft sehr schwierige Aufgabe. 
Acker- und Gartenbau geben den Pipilen ihre Hauptnahrung; sie 
halten auch die gewöhnlichen Haustiere mit Ausnahme des Schafes; der 
Truthahn ist sehr häufig, Jagd und Fischfang sind von geringerer Bedeutung. 
Die wichtigste Kulturpflanze ist der Mais. Bis vor 30 Jahren herrschte 
noch ein kommunistischer Ackerbetrieb; die ganze Bevölkerung eines Dorfes 
8 ln g damals gemeinschaftlich zur Feldarbeit wie zu einem Fest. Vor der 
Saat wurde, dem Maisgotte geopfert, von Avelcher Sitte noch heute Überreste 
vorhanden sind. Die kleinen groben Steinbilder des Gottes werden mit 
Reben von Tradescantia versicolor geschmückt; nachts zündet man
        

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