Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
die Basis war entweder quer abgeschnitten oder es wurden an ihr zwei 
Widerhaken aufgespeert; der Schaft wurde in ein Loch der Pfeilspitzen- 
Basis hineingesteckt. Der Bogen der Irokesen und der die atlantische 
Küste bewohnenden Irokesenstämme maass 5 1 / 0 bis 6 Fuss Länge; weiter 
im Innern des Landes hatten die Algonkin kurzen Bogen, ebenso die süd 
lichen Küstenstämme. p r of. Dr. E. Schmidt-Jena. 
46. Theodor Koch: Die Guaikurustämme. Globus 1902. 
Bd. LXXXI, S. 1—7, 39-46, 69—78, 105—112. Mit Text 
abbildungen und 1 Tafel. Theodor Koch: Die Maskoi-Gruppe 
im Gran Chaco. Mitteilungen, der anthropologischen Gesell 
schaft in Wien, 1902. Band XXXII, S. 130—148. 
Von seinen ersten vergleichenden Arbeiten über die Anthropophagie 
und den Animismus der südamerikanischen Indianer ist der Verf. zu speziellen 
Untersuchungen über die Chaco-Stämme übergegangen, über die im letzten 
Jahrzehnt besonders der Maler Guido Boggiani auf seinen Reisen umfang 
reiches und einwandfreies Material zusammengebracht und veröffentlicht hat. 
Da die Schriften dieses Forschers, der leider vor kurzem, ein Opfer seiner 
Wissenschaft, auf einer neuen Expedition ermordet worden ist, und andere 
benutzte Quellen teils nicht leicht zugänglich, teils schwer zu übersehen 
sind, so muss es dem Leser sehr willkommen sein, hier ein klares Bild 
von diesen Indianern zugleich mit dein zu Grunde liegenden wissenschaft 
lichen Apparat zu erhalten, das bei aller Kürze auf erschöpfenden Studien 
beruht. Es kommt hinzu, dass das K. Museum für Völkerkunde zu Berlin, 
dessen Schätze Koch benutzen konnte, seit kurzem ausser anderen Chaco- 
Sammlungeu, umfangreiche Sammlungen Boggianis selbst aus jenen Gegenden 
nebst einem Katalog von seiner Hand besitzt. 
Es werden die beiden Hauptsprachgruppen des Chaco behandelt, die 
Guaikurü, deren Bekanntschaft der Verf. in dem Stamm der Kadioeo machte, 
als er sich bei der Rückkehr von der zweiten Xingu-Expedition des Dr. 
Hermann Meyer in Porto Murtinho, Matto Grosso, aufhielt, und die Mascoi. 
Von den Guaikurustämmen erfahren die Kadioeo, Toba und Pilaga eine 
ausführlichere ethnographische Darstellung, während die Mokovi, Abipon, 
Guatschi und Payagua den Quellen entsprechend nur nebenher geschichtlich 
erwähnt werden. Die Guatschi und Payagua kann man vielleicht in der 
That mit dem Verfasser der Guaikurügruppe zuzählen. Sprachlich ist nur 
ein kurzes vergleichendes Vokabular als Beweis der Zusammengehörigkeit 
der Stämme geliefert. Die Sprachen sollen später in extenso besprochen 
werden. Maskoi nennt Koch die Machicui Boggianis, die dieser früher als 
Enimaga bezeichnete. Der Verf. hält nämlich Machicui für die fehlerhafte 
spanische Auffassung des Namens Maskoi, und in der That werden beide 
Bezeichnungen für denselben Stamm angewandt. Es gehören dazu die Guana,
        

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