Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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Tonacatecatli „den Willen hatte, ihn durch seinen Hauch zu erzeugen“ 
(Cod. Tell.-R. Bl. 8), sodass also auch hier die Schnecke das Erdinnere, 
die Beziehung zu den Erdgottheiten ausdrücke. Kosmische Hieroglyphe ist 
die Schnecke deshalb, weil das Schmetterlingshäkchen in Verbindung mit 
den Augen und Schmetterlingen Schneckenmuster (Spiralen) bildend am 
nächtlichen Himmel u. s. w. vorkommt. — Aus alledem ergeben sich dann 
gewisse Schlussfolgerungen für die Auffassung der Götterwelt und zwar ins 
besondere für Quetzalcoatl, Tezcatlipoca und den Eeuergott, die allen ihren 
Anzeichen nach zu den Erdgottheiten zu rechnen sind, sodass das mexi 
kanische Göttersystem, auf der Erde basierend, erst in späterer Zeit den 
Himmel und seine Erscheinungen heranzog und denselben mit gewissen 
Erdgottheiten bevölkerte und den abstrakten obersten Himmelsherrn Tonaca- 
tecutli schuf. Die Begründung und strenge Durchführung dieser Ansicht 
bleibt der Zukunft überlassen. E. ]{, Blümml-Wien. 
42. Francis C. Nichoias: The aborigines of the province of 
Santa Maria, Colombia. American Anthropologist. 1901. 
N. S. Vol. III, S. 606 ff. 
Nichoias übersetzt einen Teil eines alten spanischen Buches über die 
Geschichte der römischen Kirche in Sante Marta (Columbien) aus der ersten 
Hälfte des 18. Jahrhunders und vergleicht die Indianer jener Gegend und 
jener Zeit mit den heute dort wohnenden Indianern. Nach dem 1735 ge 
schriebenen Buche des Pater Alvarez Don José Nicolas de la Rosa lebten 
damals um Santa Marta herum die Stämme der Aurohuacos (von den 
Spaniern Oro escondido, verstecktes Gold übersetzt), die Pintados (Tätowierte), 
die Alcoholados (angeblich von den Spaniern wegen der um die Augen 
gemalten Linien so benannt, die Alcoholados gehörten mit den Pintados 
Zu dem Stamme der Tschimile), die Orejones (Grossohren), der indianische 
Name ist Tomocos), die Acanyutos (angeblich nach der von den Spaniern 
oft gehörten Anrede: Ha canalla ! so genannt), die Pampanillas (nach dem 
kleinen Schurz, der das einzige Kleidungsstück von Männern und Frauen 
bildet, genannt), die Tupes (Cerrados, die sich entfernt haltenden), die Moti- 
lones (Kurzhaarige), die Guagiros (die „starken und beweglichen“), die Cosinas 
oder Tignodos, die ihren Namen von dem Bestreichen des Körpers mit 
e mem Pflanzensaft zum Schutz gegen Mücken erhalten haben sollen. Pater 
Alvarez macht Angaben über die Ethnologie dieser Indianer, die er als 
O'Httelgross, breitschulterig, braun von Haut und schwarz von Haar schildert. 
^ 0n all diesen Stämmen bestehen jetzt nur noch die Goajiras und die 
Hotilones, sowie in den Bergen die Aurohuacos (Erwacas, Aruaken); sie 
haben, obgleich jetzt christianisiert, noch viel von ihren alten Sitten und 
Gewohnheiten beibehalten. Prof. Dr. E. Schmidt-Jena.
        

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