Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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Ursprungs). Verfasser stellt zum Schluss noch Litterator-Angaben über 
unabsichtliche oder absichtliche Rotfärbung von Menschenknochen zusammen. 
Direkte Bemalung der Knochen entwickelte sich wohl aus der Sitte der 
Leichenbemalung; man hielt den Knochen für den eigentlichen Sitz der 
Seele und wollte dieser ein Zeichen der Ehrung mitgeben. Die Rotfärbung 
war auch wohl als notwendige Ausstattung für das Jenseits gedacht. 
Prof. Pr. E. Schmidt-Jena. 
40. M. H. Saville: Mexican codices: A. list of recent reproductions. 
American xAnthropologist. 1901. N. S. Vol. III. S. 523 ff. 
Saville giebt eine Zusammenstellung der neuen Reproduktionen älterer 
mexikanischer gemalter oder hieroglyphischer Aufzeichnungen (Codices), die 
besonders in den letzten 6 Jahren durch Kingsborough aus Mexico gebracht 
worden sind. Prof. Dr. E. Schmidt-Jena. 
4L K. Th. Preuss: Kosmische Hieroglyphen der Mexikaner. 
Zeitschrift für Ethnologie, 1901. XXXIII. Bd., S. 1—47 
(mit 209 Figuren). 
Als kosmische Hieroglyphen, d. h. als solche, die sich zugleich in der 
Darstellung der Erde, des Himmels bezw. des Luftraums und der Unter 
welt finden, sind bei den Mexikanern drei zu bezeichnen: 1. der Schmetterling, 
der hauptsächlich in der Gestalt eines Halbmondes erscheint, 2. das Auge 
u ud 3. die Schnecke, während 4. das Kreuz nicht ganz in diese aufgestellte 
Kategorie passt. 
Zunächst bespricht Verf. den „Schmetterlings-Halbmond“ und das 
«Auge“, wobei aus einer früheren Abhandlung (Ztschr. f. Ethnol. XXXII 
118 ff.) in Erinnerung zu bringen ist, dass 1. die Erdgöttinnen und damit 
verwandte Gestalten in der Nasenscheidewand den Schmetterling in Form 
e mer stufenförmigen Platte oder eines Halbmonds als Schmuck tragen, 
die die Ackererde darstellenden Häkchen oder Halbmonde, die auch den 
°inen Teil des Symbols atl-tlachinolli ausmachen, auf Schmetterlinge zurück 
gehen und 3. dass aus atl-tlachinolli (-— Wasser und von feuriger Masse 
durchzogene Erde) folge, dass der Schmetterling ein Symbol der feurigen 
vulkanischen (?) Erde sei. Diese drei Ergebnisse werden in der vorliegenden 
^ r beit erweitert und ergänzt. Die Häkchen, welche die Ackererde be 
lehnen, finden sich in gleicher Gestalt in der Darstellung des Nacht- 
Idmmels, des blauen Himmels, des nächtlichen Dunkels, des Erdinnern bezw. 
des Dunkels der Höhlen und der Unterwelt und zwar meist in Verbindung 
111 ‘t Augensternen. Der Mond selbst ist durch einen grossen Schmetterling 
durgestellt, und Schmetterlinge gehen auch als Strahlen von der Sonne aus. 
nun die Schmetterlings-Häkchen und Halbmonde wie auch die Sonne 
^uriner in Verbindung mit dem Auge Vorkommen, gleichzeitig aber auch zur
        

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