Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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ß. Referate. Ethnologie. 
33. Al. Hrdlicka: An Eskimo brain. American Anthropologist. 
1901. N. S. Vol. III, S. 454 ff. 
Hrdlicka hatte Gelegenheit, das Gehirn eines 45jährigen Eskimo 
Kischu, der im Bellevue-Hospital in New York an Schwindsucht gestorben 
war, genau zu untersuchen. Er war 1896 mit noch fünf anderen Eskimos 
von Leutnant Peary aus der Gegend des Smith-Sundes gebracht worden, 
und war Häuptling eines dortigen Stammes. Er war kräftig gebaut, 164 cm 
hoch, 170 it schwer; dem Aufsatz ist eine gute Autotypie von ihm und 
seinem etwa sechsjährigen Sohn (nackt) in Vorder- und Seitenansicht bei 
gegeben. Am Gehirn fällt die Grösse, sowie die sehr günstige Oberflächen- 
Entwickelung auf; es war schwerer als das durchschnittliche Europäer-Gehirn 
und ebenso war es in seiner Längen- wie Breitenausdehnung um etwa 
8 Procent grösser als dieses; ebenso waren die Windungen nach Zahl und 
Oberflächengrösse, wie die Furchen in ihrer Tiefe günstiger entwickelt, als 
das durchschnittliche Gehirn des Europäers. Das reiche Detail der Einzel 
schilderung des Gehirns gestattet nicht ein weiteres Besprechen des einzelnen. 
Drei weitere Gehirne von Mitgliedern desselben Stammes und derselben 
Expedition zeigten eine ähnlich günstige Entwickelung der Gehirngrösse 
und der Gehirnoberfläche. Im Ganzen sind Eskimo-Gehirne bis jetzt fast 
gar nicht beobachtet worden; nur Chudzinski hat ein solches beschrieben; 
es gehörte wohl einem Eskimo des östlichen Grönland an, und besass wohl 
auch ein beträchtliches Volum, dagegen nur dürftig entwickelte Furchen 
und,Windungen. Pro/ 1 . Pr. E. Schmidt-Jena. 
34. H. R. Voth: The Oraibi Powamu Ceremony. Field Columbian 
Museum Publ. 61. Vol. III, 2. Chicago 1901. 
Abermals teilt der Verf. aus seinem reichen Schatze an Beobachtungen 
wichtige Beiträge zur Kenntnis des Ilopi Ceremoniells mit. Wir kannten 
bisher nur das Powamufest von Walpi nach den Arbeiten von Fewkes und 
Stephen, die jedoch lückenhaft bleiben mussten, da sie sich nur auf ein 
Beobachtungsjahr 1893 beziehen. Voths Studien erstrecken sich dagegen 
über fünf Jahre (1894—98) und dürften alles Wesentliche erschöpfen, wenn 
auch bezüglich mancher Einzelheiten und Varianten noch weitere Beob 
achtungen nötig sind. Abgesehen von der überaus reichen Illustrierung 
gewinnt die Arbeit diesmal noch ein ganz besonderes Interesse durch die 
Beigabe der Texte wichtiger Gesänge und Gebete in Ursprache und Über 
setzung, soweit solche möglich war. Es sind die ersten zusammenhängenden 
Sprachproben, die wir von den Ilopi erhalten, doch sind viele der alter 
tümlichen Ausdrücke den Indianern selbst nicht mehr verständlich. 
Was den Verlauf des Festes selbst anlangt, so zeigen sich sehr er 
hebliche Abweichungen von dem, was wir über die Feier in Walpi wissen, 
namentlich scheinen die esoterischen Ceremonien in den Kiwas (unterirdischen
        

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