Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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ß. Referate. Urgeschichte. 
Durchschnitt achteckigen, im Umriss ovalen, meist reich verzierten Griffe, 
die ovalen oder spitzovalen Griffknäufe und Knöpfe, die unten nach innen 
abgeschrägten, spitzigen Griffflügel und die meist mit Mittelrippe versehenen 
Klingen. Mit diesen in Bayern, speziell in Südbayern häufigen Schwertern 
treten Vasenkopfnadeln auf, die dem Ende der jüngeren Bronzezeit ange 
boren, wodurch die Zeitstellung der Schwerter bestimmt ist. 
Typus E zeigt uns Bronzeschwerter mit ähnlichen Klingen wie D. 
Auch die Griffe sind nicht sehr verschieden, obwohl die achteckige Form 
manchmal nur schwach ausgeprägt ist oder ganz verschwindet. Die Griff 
flügel bilden innen nicht mehr einen Dreiviertels-, sondern einen grossen 
Halbkreis. Diese Schwerter sind in Süddeutschland und Österreich eben 
falls relativ häufig und so ist denn die von Naue ausgesprochene Ansicht, 
dass in der jüngeren Bronzezeit in Bayern, Böhmen, Österreich, Ungarn, 
sowie im Norden zahlreiche Schwertgiessereien bestanden haben, gewiss richtig. 
Eine gesonderte Betrachtung verdienen die sehr zahlreichen nordischen 
Bronzeschwerter mit Vollgriffen. Die ältesten derselben mögen aus den 
Typen B und C, andere aus dem Typus D entstanden sein, aber sie haben 
eine ganz eigene, spezifisch nordische Entwicklung erfahren, wie sich nicht 
bloss an den Griffen und ihren meist stark differenzierten Flügeln, ihren 
Knäufen und Knöpfen, sondern auch an den Ornamenten nachweisen lässt. 
Immer aber bleiben ihre Formen elegant und die Verzierungen schön, ein 
Beweis der hohen Stufe der Bronzetechnik und bronzezeitlichen Kunst im 
Norden. Glücklicherweise besitzen wir zahlreiche Grabfunde, welche die 
Chronologie der nordischen Bronzeschwerter sicherstellen. 
Aus den Schwertern des Typus E entwickelten sich zwei Typen, die 
wahrscheinlich zu Anfang der Eisenzeit in der Schweiz entstanden sind. 
Es sind die Möriger-Schwerter (auch Rhönetypus genannt) und die Antennen- 
Schwerter. Die ersteren besitzen eine oben etwas eingezogene, dann aber 
meist gerade oder mit sanfter Schwellung verlaufende Klinge. Der Voll 
griff ist doppelkonisch und mit drei erhabenen Bändern versehen. Die 
anfangs halbkreisförmigen Flügel werden bald nach aussen geführt und bilden 
eine Art Parierstange. Der ursprüngliche Knauf verschwindet und eine kon 
kave Platte erscheint, die einen kleinen Knopf trägt. Eine zweite Klasse 
von Möriger-Schwertern endigt in runde und ovale, aber selten konkave 
Platten. In der Mitte der Griffe befindet sich eine Vertiefung, die mit drei 
Knöpfen verziert und mit einer Harzmasse erfüllt war. Das häufige Vor 
kommen dieser Schwertform in Norddeutschland weist auf ausgedehnte Be 
ziehungen mit der Schweiz hin. 
Die Antennen-Schwerter haben sich gleichzeitig mit dem Möriger-Typus 
entwickelt. Beide Formen gleichen einander, nur endigen die Antennen- 
Schwerter nicht in Knäufe oder Platten, sondern in Voluten oder Spiralen. 
Auch diese Schwerter sind in der Schweiz oder in Frankreich entstanden
        

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