Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

ß. Referate. Ethnologie. 
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Steinen soll den Weg veranschaulichen, welchen der Ahn und Nationalheld 
Malu nach Mer genommen hat. Buschan-Stettin. 
39a George A. Dorsey and H. R- Voth: The Mishognovi Cere- 
monies of the Snake and Antelope fraternities. Field Colum- 
bian Museum Publ. 66. Yol. III, 3. Chicago 1902. 
Die bisher nur unvollständig in ihrer öffentlichen Feier bekannten 
Schlangenzeremonien von Mishognovi haben durch diese Publikation eine 
ebenso vollständige Darstellung erfahren, wie wir sie bereits von denen der 
Dörfer Walpi und Oraibi besitzen. Obwohl die Priesterschaften von Mishog 
novi, das noch wenig von den Weissen beeinflusst ist, streng konservativ 
an ihren Riten festhalten, so gestatteten sie doch aufs bereitwilligste den 
Beobachtern die Teilnahme an allen esoterischen Zeremonien, was wohl haupt 
sächlich der Verwendung des sprachkundigen Missionars Yoth zu verdanken 
ist. Im Ganzen verläuft die Feier sehr ähnlich wie in Oraibi; die Varianten 
bestehen der Hauptsache nach darin, dass bei der grossen Altar-Zeremonie 
der Antelopenpriester neben dem Schlangenjüngling und der Schlangenjungfrau 
noch zwei Vertreter des Kriegerordens der Kalektoka funktionieren, das die 
Aufbewahrung der gefangenen Schlangen in grossen irdenen Töpfen erfolgt, 
die später in einer Höhle beigesetzt werden, dass endlich beim Tanze selbst 
die Reptilien in der in Walpi üblichen Weise gehandhabt werden. Die 
wichtigste Bereicherung unserer Kenntnisse betreffen diejenigen Vorgänge, 
die auch auf den anderen Dörfern bisher nur mangelhaft bekannt waren. 
Namentlich gelang es die Thätigkeit der Schlangenjäger in allen Einzelheiten 
zu beobachten, sowohl die Art des Einfangens der Reptile, wie auch die 
vorausgehenden Gebetszeremonien an heiligen Quellen. Auch die Vorgänge 
bei den rituellen Wettläufen, über die man recht wenig wusste, sind nun 
mehr ermittelt. Andere interessante Beobachtungen sind die Initiationsweihe 
der Novizen des Schlangenordens, eine eigentümliche Heilungszeremonie zum 
Wohle der Kinder und die „Entzauberung der Priester“ am Schluss des 
Festes. Sehr wichtig ist endlich eine neue Version der Sage vom Schlangen 
heros, die alle Unklarheiten der bisher bekannten beseitigt. Sehr dankens 
wert ist auch dieses Mal die Mitteilung der wichtigsten Anreden und Gebete 
im Originaltext mit freier Übersetzung. 
Die Illustrierung ist überreich, indem kaum ein Akt unabgebildet 
bleibt, manche sogar durch ganze Serien veranschaulicht weiden. Natürlich 
sind auch weniger gelungene Aufnahmen reproduziert, sofern nur der dar 
gestellte Vorgang von Interesse war. p Ehrenreich-Berlin.
        

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