Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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kanischem Gebiet, verficht allen Ernstes den Ursprung der amerikanischen 
Kultur von derjenigen der alten Welt, die durch die alten Phönizier und 
andere Völker nach Amerika herübergebracht sei. Dass es auf asiatischer 
Seite ähnlich denkende Forscher noch heute giebt, die aber mehr auf künftige 
Entdeckungen harren, als strenge aus dem vorliegenden Material ihre Meinung 
zu erweisen suchen, ist bekannt. Es war also durchaus angebracht, jetzt 
die verschiedenen Momente kurz durchzugehen, die hauptsächlich als Stütze 
des altweltlichen Einflusses auf Amerika im Laufe der Zeit vorgebracht 
worden sind. Namentlich ist es interessant, wie oberflächliche Ähnlich 
keiten teils durch den Nachweis der trotzdem vorhandenen Verschiedenheit 
als Irrtümer dargestellt, teils durch die allgemein menschliche Gleichförmigkeit 
in den fernsten Teilen der Welt erklärt werden. Trotzdem ist die Arbeit 
mehr bezeichnend für die beiderseitigen Standpunkte als beweisend, denn 
niemand wird sich durch einen kleinen Aufsatz bekehren lassen, wenn nicht 
der Keim dazu schon in ihm vorhanden war. Br. IC. Th. Preuss-Steglitz. 
32. 0. T. Mason: Aboriginal American harpoons. A study in 
ethnic distribution and invention. Report of the U. S. 
National Museum for 1900, S. 189—304, with 20 plates. 
Die Arbeit giebt eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen in 
Amerika vorkommenden Harpunentypen, unter besonderer Berücksichtigung 
der von den Eskimo verwendeten. Die ausserordentliche Mannigfaltigkeit 
der Formen und die sinnreiche, für alle möglichen Jagdarten berechnete 
Konstruktion dieser komplizierten, für die Hyperboräer recht eigentlich 
charakteristischen Jagdwaffe, wird erschöpfend dargestellt und durch instruktive 
Abbildungen erläutert, sodass die Arbeit für Museumszwecke von hohem 
Wert ist. Als Hauptgruppen werden unterschieden: die barbed liarpoon, 
bei der die ablösbare, mit Widerhaken versehene Spitze durch eine Leine 
mit dem Schaft in Verbindung steht, der wiederum durch eine Schwimm 
blase im Wasser fixiert wird und die toggle head liarpoon, bei der die 
starke Fangleine selbst an dem Spitzenträger der Harpune, der in seiner 
ganzen Länge in das Tier eindringt, befestigt ist und so eine sehr feste 
Handhabe gewährt. Die Formen von Grönland, Baffinsland und Alaska 
sind speziell erörtert nebst den zahlreichen, zur Harpune und der Kayak- 
ausrüstung gehörigen Utensilien. Auch die primitiven Harpunen Südamerikas 
und des nordwestlichen Nordamerika, sowie die verwandten auf dem nord 
asiatischen Kontinent vorkommenden Formen werden zum Vergleich heran 
gezogen und abgebildet. Da die Arbeit ausschliesslich Museumsstücke be 
schreibt, so kann von einer ausführlichen Inhaltsangabe abgesehen werden, 
Zll mal solche ohne Illustrationen ihren Zw r eck verfehlen würde. 
Br. P. Ehrenreich-Berlin.
        

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