Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
vorhanden ist. Wie die Abbildungen zeigen, sind nämlich die Lappen durch 
aus nicht ungeschickt und wissen ebenso zweckmässige wie geschmackvolle 
Arbeiten aus Leder, Sehnen, Horn, Bein, Holz und dgl. herzusteilen; die 
Muster sind häufig dem Eiechtwerk nachgebildet. Seit vorgeschichtlicher 
Zeit im nördlichsten Teil der skandinavischen Halbinsel wohnend, haben 
die Lappen seit der Berührung mit Schweden und Norwegern sehr viel von 
diesen angenommen, wie z. B. die Lehnwörter vuoksa, lcussa, kaitsa, vuosta, 
salte, körne, laipe, vatas, kolle, silpa, kuopar, Ochs, Kuh, Geiss, Käse 
(schwed. ost), Salz, Korn, Brot (Laib), Tuch (schwed. radmal, mhd. wat), 
Gold, Silber, Kupfer u. a. beweisen. Ihre ursprüngliche Sprache haben die 
Lappen mit der finnischen vertauscht, doch haben sich durch Redeentwickelung 
die Mundarten so verändert, dass sich Lappen und Finnen nicht mehr ver 
stehen. Ludwig Wilser-Heidelberg. 
390. Milan Markovic: Die serbische Hauskommunion (Zadruga) 
und ihre Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart. 
Leipzig, Duncker & Humblot, 1903. 87 S. Preis 2,40 Mk. 
Über die serbische Hauskommunion herrschen in Deutschland vielfach 
falsche Vorstellungen, was daher kommen soll, dass diejenigen, die sich 
mit ihr beschäftigt haben, die wirtschaftlichen Verhältnisse Serbiens aus 
persönlicher Erfahrung nicht kennen gelernt haben, auch verschiedentlich 
nicht einmal über die oberflächlichsten Kenntnisse der serbischen Sprache 
verfügen. Umsomehr Bedeutung ist daher den Ausführungen des Verfassers 
beizumessen, der selbst Serbe ist und mit den wirtschaftlichen Verhältnissen 
seiner Heimat sich eingehend vertraut gemacht hat. 
Nachdem er einige Notizen über die gegenwärtige Lage der Land 
wirtschaft in Serbien vorausgeschickt hat, versucht er im 1. Abschnitte Be 
griff, Wesen und Organisation der Zadruga bei den Südslaven festzulegen. 
Das Wesen der serbischen Hauskommunion ist durch das serbische Bürger 
liche Gesetzbuch vom Jahre 1844 zum ersten Male schriftlich fixiert worden. 
Darnach besteht eine Hauskommunion dort, „wo die Gemeinschaft des Lebens 
und Vermögens durch Verwandtschaftsbande oder durch Aufnahme in die 
Kommunion natürlich begründet und befestigt worden ist“. — Im 2. Ab 
schnitte beschäftigt sich der Verf. mit dem Ursprünge der Zadruga und 
mit ihrer Stellung in der Geschichte des Grundeigentums, dessen besondere 
und ältere Form sie darstellt. Er übt zunächst Kritik an den hierüber 
aufgestellten Theorien, die er sämtlich für unhaltbar erklärt, im besonderen 
die Theorie Laveleyes, der in der Hauskommunion eine Entwicklungsphase 
in der Grundeigentumsentwicklung, eine Übergangsstufe vom Gesamteigentum 
zum Privateigentum erblickt, sodann die Hildebrandts, wonach das Grund 
eigentum der Hauskommunion nur eine noch nicht vollkommen durchge 
führte Erbteilung (pro indiviso) oder nur ein Miteigentum (condominium)
        

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