Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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lässig zusammengeschweisst und zu einer langen Lamelle ausgehämmert. Die 
selbe wird dann in eng aneinanderliegende schlangen- oder besser mäander 
artige Windungen zusammengefaltet, derart, dass die einzelnen Krümmungen 
alle in der Ebene der Schweissfugen liegen. Solcher eng geschlängelten 
oder gefalteten Lamellen benötigt man zwei für jeden Kris. Nunmehr 
werden drei Stücke Stahl, besi bäja, gewöhnlich von alten Werkzeugen her 
rührend, in eine diesen Lamellen ähnliche Gestalt, aber ohne die mäander 
artige Faltung gebracht; eines dieser drei Stücke ist beträchtlich dicker, 
und dies bildet den Kern oder die Mittellage der Klinge. Zu beiden Seiten 
desselben werden die Mäander- und auf diese die beiden dünneren Stahl 
lamellen aufgeschweisst, sodass die Klinge jetzt aus fünf der Länge nach 
aufeinander geschweissten Lagen besteht. Zwei kleine, von den Mäander 
lamellen abgetrennte und hufeisenförmig gekrümmte Stücke werden schliesslich 
nach dem breiten Ende derselben aufgeschweisst. Das Ganze wird hierauf 
zu der verlangten Dicke und Breite zusammengehämmert, was mit einiger 
Sorgfalt geschehen muss, da die Dimensionen des Kris von grosser gliick- 
oder unglückbringender Bedeutung für den Besitzer sind. 
Die bekannte wellenförmige Krümmung oder Schlängelung der Schneiden 
wird durch separates Glühen und Aushämmern jeder einzelnen Krümmung 
zu Stande gebracht, nur bei sehr engen Windungen mittels Feile und Schleif 
stein. Griffzunge und die beiden signifikanten Häkchen am hinteren Ende 
des breiten Teils werden durch Einkerben und Aushämmern resp. Zurecht 
feilen hergestellt, der unserm Stichblatt entsprechende Teil wird separat 
aufgesetzt und besteht aus einem vorher abgetrennten Teil der rohen Klinge, 
e uthält also ebenfalls abwechselnde Lagen von Stahl und Mäandereisen. 
Um das bessere Herauskommen der Damaszierung zu befördern, erhält er 
einige seitliche Einschnitte oder Zähnung. Das Härten geschieht durch ab 
wechselndes Glühen und Abkühlen in Wasser. Die Schneide wird mit 
einer Feile roh heraus gearbeitet, ohne aber den mittleren Teil in Mitleiden 
schaft zu ziehen. Dies geschieht erst auf dem Schleifstein und danach 
w ird das ganze Blatt nochmals mit der Feile übergangen. Das Letzte ist 
die Ätzung. Die Klinge wird in einen hölzernen Trog mit einer Mischung von 
Schwefel, Salz und kochendem ReisAvasser gelegt und verbleibt 2 — 3 Tage 
darin, bis die Damaszierung erscheint. Zum Schlüsse Avird die Klinge tüchtig 
nil t Limonensaft abgerieben. 
R. stellt folgende Yermutung auf: Der ganze Damaszierungsprozess 
beruht auf dem durch das Mikroskop beAviesenen unvollkommenen und 
Nachlässigen Zusammenschweissen der einzelnen Lagen des Mäandereisens, 
das, wie man sich erinnert, zAvischen zwei Stahllamellen gelegt und Aveiss- 
glühend mit diesen zusammengehämmert wird. Die Hammerschläge treiben 
den i n d er Weissglühhitze weicheren und flüssigeren Stahl in die Poren 
u ml hugen des schlechtgeschAveissten Mäandereisens sowohl von oben wie
        

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