Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Anthropologie. 
343 
rierten 35jähr. schwachsinnigen Mannes an, bei welchem besonders die Glied- 
maassen in einer bemerkenswerten Weise verbildet waren. 
Dr. Oskar v. Hovorka-Wien. 
380. A. Zuccarelli: Intorno alla fossetta occipitale mediana o 
vermiana. Ricordi e nuove observazioni. L’Anomalo (Napoli) 
1903. Anno IX, Nr. 2—6, S. 9—21. 
Bereits früher (1899) hatte Verf. auf die Häufigkeit der mittleren 
Hinterhauptsgrube an Yerbrecherschädeln aufmerksam gemacht, was Lombroso 
in seiner vorstehend besprochenen Arbeit unberücksichtigt gelassen hat. 
Damals stellte er unter 21 Schädeln schwerer Verbrecher aus dem Bagno 
penale von Nicida an 4, d. i. in 19,04% das Vorhandensein einer Fossa 
occipitalis mediana fest. Neuerdings hat er seine Schädelsammlung, die 
ungefähr ein halbes Tausend Schädel umfasst, daraufhin durchgesehen, und 
zwar nicht bloss auf das Vorkommen einer vollständig ausgeprägten Hinter 
hauptsgrube (a), sondern auch einer unvollständigen (b), ferner einer ein 
fachen dreieckigen Abflachung des unteren Trakt der Crista mit der 
Spitze nach oben und einer Basis, die sich an dem Rande des Foramen 
verbreitert (c), und einer rinnenförmigen Bildung und Verdünnung des frag 
lichen Trakts und des hinteren Randes des Hinterhauptloches (d). Es 
standen ihm, genauer gesagt, 472 Schädel zur Verfügung, die er in normal 
gebildete (322), solche mit auffälligen Anomalien (49), und solche mit 
nicht sonderlich bemerkenswerten Anomalien (102) einteilt. Von diesen 
Gruppen 
wiesen auf: 
das Verhalten 
1. 
die normal gebildeten Schädel 
O 
o" 
05 « 
cT 
b 
0,31% 
c 
0,93% 
d 
0,0 % 
2. 
die Schädel mit auffälligen 
Anomalien 
2,04 
2,04 
4,08 
4,08 
3. 
die mit nicht sonderlich auf 
fälligen Anomalien . 
2,97 
6,93 
3,96 
0,99 
4. 
die Schädel mit Anomalien 
überhaupt 
2,66 
5,33 
4 
2 
Dieses Ergebnis bestätigt von neuem die von zahlreichen anderen 
Autoren bereits angegebene Thatsache, dass die mittlere Hinterhauptsgrube 
ein Degenerationszeichen bedeutet. Verf. neigt sich auch zu der Auffassung, 
dass es sich dabei um eine Rückschlagserscheinung handelt. Ob den von 
ihm gefundenen beiden sub c und d angeführten Anomalien eine Be 
deutung zukommt, will er vorläufig noch nicht entscheiden. Die in Be 
tracht kommenden Schädel werden von Z. einzeln kurz beschrieben. 
Buschan-Stettin.
        

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