Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Anthropologie. 
379. N. Vaschide et CI. Vurpas : Les signes physiques de dégéné 
rescence. Annali di mevrologia. (Napoli) 1903. Anno XXI, 
S. 1—72. 
An Versuchen, die Degenerationszeichen auf eine anatomische Grund 
lage zu stellen und besonders die psychischen mit den somatischen Merk 
malen in direktem Zusammenhang zu bringen, hat es bisher nicht gefehlt. 
In dem bisherigen Misserfolge darin Ordnung zu schaffen, ist offenbar der 
Grund zu suchen, warum es noch nicht vollkommen gelungen ist, im Studium 
der Degenerationszeichen systematisch vorwärts zu kommen. Während 
manche Autoren den Degenerationserscheinungen einen inneren Wert voll 
kommen absprechen und am leichsten als Zufallsbildungen ansprechen möchten, 
gehen andere Forscher im Gegenteile wieder gar zu weit und überschätzen 
ungebührlich ihre Bedeutung. Die beiden Verfasser unterziehen sich nun 
der nicht sehr dankbaren Aufgabe in das Wirrwarr ein Licht der kritischen 
Sichtung zu bringen und das weitläufige Feld sozusagen systematisch zu 
parzellieren. Während man in der Pathologie jenen Menschen als degeneriert 
bezeichnet, welcher abnormal, von andern verschieden geboren wird, es 
während seines ganzen Lebens bleibt und auch abnormal stirbt, bezeichnen 
sie jenes Wesen als degeneriert, welches von der Gesamtheit der anderen 
Wesen verschieden beschaffen ist, kurz, ein abnormes Wesen darstellt. Es 
ist zweifellos, dass es Beziehungen giebt zwischen den morphologischen 
Abweichungen und den degenerativen Störungen des Seelenlebens; sie sind 
bisher eigentlich nur beim Kretinismus und bei der Idiotie sicher nachge 
wiesen worden. Auch bei einer Reihe anderer Degenerations-Merkmale 
scheint bis zu einem gewissen Grade eine Korrelation zu bestehen, nur 
sind die bisherigen Beobachtungen noch zu spärlich, um endgiltige Schlüsse 
zu gestatten. Soviel steht jedoch fest, dass in dieser Richtung die Degene 
rationszeichen des Kopfes und des Gesichtes die wichtigste Rolle spielen; 
ihnen müssen wir den grössten klinischen und diagnostischen Wert zuschreiben. 
In der systematischen Einteilung der Degenerationszeichen gehen die 
Verf. in der Weise vor, dass sie dieselben in zwei grosse Hauptgruppen, 
eine morphologische und eine funktionelle, einteilen; die erstere ist nach 
den anatomischen Körperregionen geordnet (Schädel, Rumpf, Gliedmaassen, 
Haut, Geschlechtsorgane); zur letzteren zählen sie folgende Zustände: Be 
wegungsanomalien, Ptosis, Blepharospasmus, Strabismus, reflektorische 
Störungen, Sprach-, Stimm-, Pubertätsanomalien, sensorielle Störungen 
(Daltonismus, Chromopsie), emotionelle und instinktive Abweichungen, krank 
hafte Erregungszustände, Verlust der Heredität und Anpassungsfähigkeit. 
In diesem System sind die anatomischen Abweichungen und Varietäten der 
inneren Organe gar nicht begriffen. 
Zum Schlüsse führen sie noch als Beispiel den von Magnan und 
Galippe beschriebenen Fall eines fast an allen seinen Körperteilen degene
        

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