Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Anthropologie. 
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1. Das Rückenmark der Knaben ist auf allen Altersstufen durchschnittlich 
schwerer und auch länger als das der Mädchen. 2. Im Verhältnis zum 
Gehirn ist das Rückenmark der Knaben von Geburt an leichter, als das 
der Mädchen. Bei gleichaltrigen (gleich- wie ungleichgrossen) Kindern 
desselben Geschlechts entspricht durchschnittlich einem schweren Gehirn 
auch ein schwereres Rückenmark. — Im Laufe des Lebens verschiebt sich 
das Verhältnis (Rückenmarksgewicht: Hirngewicht) bei beiden Geschlechtern 
in ziemlich gleichmässiger Weise derart, dass der Quotient R/H von weniger 
als 1/110 beim Neugeborenen auf etwa 1/50 beim Erwachsenen ansteigt; 
es wird also mit zunehmendem Alter das Rückenmark im Verhältnis zum 
Gehirn immer schwerer. 3. Das mittlere Rückenmarksgewicht (bei Geburt 
3,0—3,4 gr betragend) nimmt im Laufe der extrauterinen Entwicklung bis 
ungefähr zum achtfachen (27—28 gr) zu, und zwar ist besonders in den 
beiden ersten Jahren das Wachstum ein äusserst starkes und wird späterhin 
in gleichen Zeiten immer geringer. 4. Beim Neugeborenen entsprechen einem 
Gramm Rückenmark im Mittel 14 cm Körperlänge. Mit zunehmendem Alter 
trifft immer weniger Körpergrösse (beim Erwachsenen nur noch etwa 6,2 cm) 
auf die gleiche Quantität Rückenmark. — Im Verhältnis zur Körpergrösse 
haben die Knaben durchschnittlich ein schwereres Rückenmark als die Mädchen. 
5. Die mittlere Länge des Rückenmarks, beim Neugeborenen etwa 14 cm 
betragend, nimmt extrauterin bis zum gut dreifachen ihres Anfangswertes 
(45 bezw. 43,7 cm) zu. Diese Längenzunahme erfolgt von vornherein 
relativ langsam, die in den ersten Lebensjahren stattfindende starke Gewichts 
vermehrung beruht demnach mehr auf einem Dicken-, als Längenwachstum 
des Organs. 6. Beim Neugeborenen beträgt die Rückenmarkslänge im 
Mittel 29,5% der Körperlänge, sinkt dann anfangs langsam, vom Ende des 
1. Jahres sehr rasch auf 26—25% (vielleicht vorübergehend sogar noch 
tiefer), welche Zahl schon dem Verhältnis von Rückenmarks- und Körper 
länge beim Erwachsenen ungefähr entspricht. Buschan-Stettin. 
366. B. Adachi: Hautpigment beim Menschen und bei den Affen. 
Zeitschrift f. Morphologie und Anthropologie, 1903. Bd. VI. 
Die eingehende und sorgfältige Arbeit behandelt das Hautpigment bei 
Mensch (Weisse), Orang, Schimpanse, Gibbon, Cynocephalus, Semnopithecus, 
Macacus, Cercopithecus, Mycetes, Cebus, Chrysothrix, Ateles, Hapale, Lemur. 
Unter den Ergebnissen seien die folgenden genannt: Menschliche Neuge 
borene besitzen bereits Hautpigment, jedoch nach Rassen verschieden, hin 
sichtlich Häufigkeit, Verbreitung und Menge. Beim Menschen findet sich 
das Pigment meist in grösserer Menge in der Epidermis als im Corium, 
dabei sind die Mengen i. A. einander direkt proportional. Im Corium liegt 
das Pigment bei Erwachsenen nur in den höheren Lagen. Das Pigment 
der Epidermis liegt intracellulär und intercellulär in meist kugeligen
        

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