Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate- Anthropologie. 
364. H. Pfister: Über das Gewicht des Gehirnes und einzelner 
Hirnteile beim Säugling und älteren Kinde. Neurol. Central 
blatt, 1903, Nr. 12. 
Yerf. wog 161 Knaben- und 141 Mädchenhime von Kindern im Alter 
zwischen 1 Woche und 14 Jahren (wegen Mischehen mit slavischen und 
romanischen Elementen nicht ganz rasserein), sodass hier eine schöne Er 
gänzung der Marchandschen Arbeit vorliegt. An 228 von allen Gehirnen 
wurden weiter Teilwägungen vorgenommen. Aus den (nur je die Mittel 
werte für jede Altersstufe enthaltenden) Tabellen geht folg, hervor: Das 
Gesamtgewicht ist auf allen Altersstufen beim Knaben grösser, anfangs um 
weniger, später um mehr. Bei beiden Geschlechtern wird das erste Drittel 
der Gesamtzunahme schon am Ende des 8. Monates, das zweite in der ersten 
Hälfte des dritten Lebensjahres erreicht, dann geht es immer langsamer; 
aber in einzelnen Fällen werden Werte der Erwachsenen schon im 5. Lebens 
jahre erreicht. Auf allen Altersstufen besteht sehr starke Variabilität des 
Gesamtgewichtes. Das absolute Kleinhirngewicht ist stets bei Mädchen ge 
ringer, die Differenz wächst mit dem Alter. Auch das Kleinhirngewicht 
schwankt individuell sehr, und zwar nicht immer parallel zum Gesamtge 
wicht, sein Mittel ist bei Neugeborenen 20 gr. Die Gewichtszunahme ist 
rascher als die des Gesamthirnes; ihr erstes Drittel erfolgt schon im 6. Monat, 
das 2. vor Ende des zweiten Jahres. Die absolute Zunahme ist beträchtlich; 
das Kleinhirn versiebenfacht sein Anfangsgewicht, während das Gesamthim 
sein Gewicht nur vervierfacht. Das Grosshirn allein ist ebenfalls stes bei 
Knaben schwerer, zeigt ebenfalls starke Variabilität, in 54,5% war die 
linke Hemisphäre schwerer als die rechte. Aus diesen und anderen (hier 
nicht wiedergegebenen Details) sieht man, dass eine Verschiebung des relativen 
Gewichtes der einzelnen Teile mit dem Wachstum zu Stande kommt, sodass 
das Kleinhimgewickt von 5,5% beim Neugeborenen auf fast 11% beim 
Erwachsenen, der Hirnrest von 1,6 auf 2% des Gesamtgewichtes steigt, 
während das rel. Grosshirngewicht von fast 93% auf 87,5% herabsinkt. 
Dr. Engen Fischer-Freiburg i. B. 
365. H. Pfister: Zur Anthropologie des Rückenmarks. N eurolog. 
Centralblatt, 1903, Nr. 16 u. 17. 
Die Untersuchungen des Verf. beruhen auf 72 Rückenmarken v&n 
Kindern im Alter von 9 Tagen bis 67a Jahren. Das Material stammte 
aus dem Kaiser- und Kaiserin Friedrich-Krankenhaus zu Berlin; bei der 
Auswahl desselben war besonders darauf Rücksicht genommen worden, dass 
alle Fälle mit irgend welcher organischer Erkrankung im Bereiche des 
Centralnervensystems, ferner frühgeborene, hereditär-luetische, schwer rachi 
tische Kinder nicht verwendet wurden. 
Diese Beobachtungen ergaben im wesentlichen folgendes Resultat:
        

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