Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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A. Originalarbeit. — B. Referate. Anthropologie. 
demnach ganz verschwinden. Es haben also die Städte keinen 
schlechten Einfluss auf die wohlhabenden, länger in ihnen verweilenden 
Familien; es kann keine Rede davon sein, dass diese Familien durch 
das Stadtleben aufgerieben werden. 
Es wäre allerdings in dieser Beziehung noch eine Frage zu 
beantworten. Wenn bei verschiedener Fruchtbarkeit der Stände die 
Anzahl der selbst zur Befruchtung gelangenden Kinder ungefähr die 
gleiche ist, 1 ) und auch die Anzahl steriler Ehen die gleiche ist, 
wird dann vielleicht trotzdem ein relativer Unterschied zwischen 
den Klassen hervorgerufen, indem verhältnismässig mehr Leute aus 
der einen Klasse ledig bleiben als aus der anderen? Auf diese 
Frage kann ich einstweilen keine Antwort geben; ich vermute aber, 
dass die Unterschiede in dieser Beziehung nicht gross sind. Wie 
dem auch sei, es würde mich sehr freuen, wenn meine Resultate in 
anderen Ländern Nachprüfung erfahren würden, und so lange dies 
nicht geschehen ist, möge man meine Schlüsse nicht mit der aprio- 
ristischen Bemerkung zurückweisen, dass das, was für Holland gilt, 
für andere Länder nicht richtig zu sein braucht. Mit diesem Argu 
ment könnte ich auch die Untersuchungen anderer Forscher zurück 
weisen, bis alle Länder untersucht sein werden. Ich glaube auch 
nicht, dass in dieser Weise mein von anderen Forschern abweichendes 
Resultat erklärt werden kann; wir verfolgen eben verschiedene 
Methoden. Nun mögen andere entscheiden, welche Methode die 
beste ist. 
B. Referate. 
I. Anthropologie. 
357. Le Double: Les variations osseuses. Gazette médicale du 
Centre. (Tours) 1903. Année VIII, Nr. 1. 
Sowie früher von Le Double eine Abhandlung über die Varietäten 
des Muskelsystems erschienen ist, versucht er jetzt eine ähnliche Klassi 
fikation der Knochenvarietäten des Schädels aufzustellen; dabei stellt er 
sich vorzugsweise auf dem vergleichend-anatomischen Standpunkt. Erste 
Gruppe: Reversive, theromorphische, atavistische oder Vererbungsvarietäten 
(z. B. zungenförmige Lambdaapophyse, Torus occipitalis transv. etc.). Zweite 
Gruppe: Durch Verknöcherung der Dura mater oder eines fibrösen Liga- 
mentes bedingte Varietäten (z. B. doppeltes, dreifaches, vierfaches For. 
1) Auch dies wurde durch obengenanntes Bureau nachgewiesen.
        

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