Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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ist, genügt die Lektüre der Schillersclien, auf gründlichen Kenntnissen be 
ruhenden Arbeit, um uns zu überzeugen, wie grundfalsch und thöricht der 
artige Machtaussprüche sind. Wir haben das Zutrauen, dass die Fortsetzung 
seiner Studie, welche Yerf. in Aussicht stellt, ebenso reichhaltig und lehr 
reich ausfallen wird, wie die vorliegende. J)r. H. ten Kate, z. Z. Batavia. 
28. Georg Perthes-. Über den künstlich missgestalteten Fuss 
der Chinesin im Hinblick auf die Entstehung der Belastungs 
deformitäten. Archiv f. kliu. Chirurgie, 1902. Bd. LVII, 
Heft 3. 
Die Veranlassung zu der vorliegenden Arbeit bot dem Yerf. die Ent 
scheidung der Frage nach der Genese der sogen. Belastungsdifformitäten. 
Es standen sich hierüber bisher in der Hauptsache zwei Anschauungen 
gegenüber: nach der einen spielt der Knochen eine wesentlich passive Rolle, 
er giebt der auf ihn einwirkenden Druck- oder Zugkraft passiv infolge seiner 
Plastizität nach; nach der andern transformiert eine veränderte Inanspruch 
nahme den Knochen in seinem inneren Rau und in seiner äusseren Gestalt 
nicht etwa dadurch, dass der Druck selbst direkt ihn modelliert, sondern 
vielmehr durch die Wirkung des trophischen Reizes der Funktion. Die 
Sitte der Fussverunstaltung bei den Chinesinnen nun bietet eine Stütze für 
die zweite Möglichkeit. 
Während eines 8-monatlichen Aufenthaltes in Peking als Arzt eines 
Feldlazaretts fand Yerf. Gelegenheit, an 11 chinesischen Mädchen von 
14—20 Jahren und einer Frau von 40 Jahren 3 Gypsabgüsse, 3 Photo 
graphien, 5 Röntgenbilder und 6 Russabdrücke der verkrüppelten Fiisse 
aufzunehmen. Diese Betrachtungen (13 Abbildungen), sowie seine sonstigen 
Ermittlungen über die Methode und das Resultat der Bandagierung, schliesslich 
auch die Zusammenstellung und Berücksichtigung der einschlägigen Litteratur 
lassen die Arbeit auch für den Ethnologen wertvoll erscheinen. — Be 
züglich der von ihm am Eingänge aufgeworfenen Frage kommt Yerf. zu 
folgendem Resultat: Wir haben zwei Arten von Vorgängen bei der Ent- 
vvdcklung des chinesischen Frauenfusses zu unterscheiden, auf der einen Seite 
passive Formenveränderung, die der während seiner Wachstumsperiode und 
■wahrscheinlich noch darüber hinaus plastische Knochen unter der abnormen 
Belastung erfährt, und auf der andern reaktive Vorgänge der funktionellen 
Anpassung. Dr. Buschan-Stettin. 
29. W. Laurence H. Duckworth: Some anihropological results 
of the Skeat expedition to the malay peninsula. Witli 
plate X. Journal of the Antliropological Institute, 1902. 
Vol. XXXII, S. 142—152. 
Es handelt sich hier um ein Skelett und einige wenige Messungen 
an lebenden Individuen des Pangan-Sakai-Stammes. Zunächst wird die
        

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