Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
313 
y. Schweiz. 
350. B. Reber: Les sculptures préhistoriques à Salvan (Valais). 
Revue de l’École d’anthropol. de Paris, 1903. Année XIII, 
S. 270—277. 
Im Südosten des Dorfes Salvan, \ l U Stunde oberhalb der Station 
Vemayaz in der Richtung nach Chamonix traf Verf. eine Unmasse von 
eigenartigen Felszeichnungen — er schätzt sie auf 6—700 Stück, die sich 
auf 12—13 Gruppen verteilen — am Rocher du Planet an, einem aus 
sehr hartem Glimmerschiefer bestehenden Gestein, das im übrigen völlig 
glatt ist und nur Gletscherrillen aufweist. Es sind einfache Kreise oder 
solche, die Fortsätze nach oben und unten tragen, andere wieder mit einer 
Grobe in der Mitte, ferner Näpfchen von verschiedener Grösse, entweder 
einzeln stehend oder zwei, drei und vier durch eine Rinne mit einander 
verbunden, Dreiecke, an denen entweder zwei Schenkel oder die Spitze in 
eine Rinne verlängert sind, welche in ein Näpfchen endigt, Kreuze mit 
einem langen Stiel, deren Arme ebenfalls in ein Näpfchen auslaufen, 2 pri 
mitive Figuren, von denen eine einem Reiter, die andere einem Krieger 
mit Schild ähneln soll, u. a. m. Alle diese Zeichen kommen gruppenweise 
in den verschiedensten Kombinationen unter einander vor. Jede der Gruppen 
besitzt einen ganz speziellen Charakter, macht einen besonderen Eindruck 
für sich und dürfte demnach wohl einem besonderen Zwecke gedient haben. 
Bemerkenswert ist die grosse Gleichmässigkeit, mit welcher diese Zeichen 
in ziemlich regelmässigen Abständen von einander linienweise angeordnet 
sind, eine längere Linie oben, eine kürzere darunter. 
Die grösste Gruppe ist 1 m lang und setzt sich aus 150 Zeichen 
zusammen. — Der Einwand, dass die rinnenartigen Zeichen ihre Entstehung 
etwa der Einwirkung des Gletschers verdanken könnten, wird dadurch hin 
fällig, dass die meisten derselben die Gletscherrillen fast senkrecht schneiden. 
Ein Urteil über die Bedeutung dieser rätselhaften Zeichen giebt Verf. 
nicht ab. — Auf 5 Abbildungen sind die hauptsächlichsten Typen wieder 
gegeben. Buschan-Stettin. 
o. Italien. 
351. C. Bicknell: The prehistoric Rock Engravings in the Italian 
Maritime Alpes. Bordigiiera, Printed hy Pietro Gribelli, 1902. 
352. C. Bicknell: Further explorations in the régions of the pre 
historic Rock Engravings in the Italian Maritime Alps. 
Ibidim 1903. 
In den Thälern des Monte Bego, einem 2873 m hohem Bergriesen 
der Seealpen (bei der Station Ventimiglia) erregten schon lange: zahlreiche
        

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