Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

310 
B. Referate. Urgeschichte. 
umsetzt. In einigen Gräbern, bei denen die Skelettknochen nicht komplett 
waren, sieht er partielle Bestattung. Merkwürdig ist ein Grab, bei dem 
die Beigaben in zwei seitlichen Gruben zusammengewickelt lagen und zwar 
zusammen mit einzelnen Menschenzähnen. Br. a. Götze-Berlin. 
348. Eugen Fischer: Die Reste eines neolithischen Gräberfeldes 
am Kaiserstuhl. Berichte d. Naturforschend. Gesellschaft 
zu Freiburg i. Br., 1903. Bd. XIII, S. 271—235. 
Bei dem Dörfchen Bischoffingen an der Westseite des Kaiserstuhles 
wurden auf dem Wiedemann sehen Acker gelegentlich einer systematischen 
Durchgrabung eine Menge schwarzer, dicker Thonscherben, eine bedeutende 
Anzahl Knochenstücke, sowie einige Steingeräte gefunden und einige wenige 
unverletzte Gräber aufgedeckt, die allerdings ausser einem Feuersteinnukleus 
und einem ganz rohen Feuersteinmesserchen keine weitere Beigaben enthielten. 
Die Skelette ruhten bei 60 cm unter der Erdoberfläche im freien Löss, und 
zwar in der typischen Stellung der „liegenden Hocker“. 
Ans den Fundstücken (einige Breitmeissel, durchlochte Hammer — 
Referent möchte sie ihrer Form wegen lieber als Netzsenker oder Spinn 
wirtel ansprechen —, Scherben und ein Gefäss vom Typus der Spiralband 
keramik nach Koehls Bestimmung) geht hervor, dass das Gräberfeld zu 
Bischoffingen der neolithischen Zeit angehört. 
Die Skelettreste waren recht schlecht erhalten. Es gelang jedoch dem 
Verfasser, 5 Schädel zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Zwei 
derselben fallen durch ihre dolichocephale Form (72,99 und 73,12) auf, 
während zwei andere mesocephal (78,80 und 78,65) und der vierte in ge 
ringem Grade brachycephal (80,92) sind. Der eine der beiden langköpfigen 
Schädel ist absolut der längste und zugleich absolut der schmälste; der 
andere ist absolut klein, aber im Verhältnis zur Länge ist die Breite ganz 
besonders gering (174 : 127 mm). Auch aus anderen Maassen ergiebt sich 
die Schmalheit dieser beiden Schädel. Höhenvergleiche Hessen sich nicht 
anstellen, nur an dem einen mesocephalen Schädel war es möglich, die be 
treffenden Indices festzustellen, L.-H.-Inclex 76,09 und Br.-H.-Index 96,5-5. 
— Die wichtigsten und absoluten Verhältniszahlwerte der Schädel werden, 
soweit es möglich war sie zu nehmen, vom Verf. am Schlüsse zusammen 
gestellt. Buschan-Stettin. 
ß. Frankreich. 
349. R. Verneau: Les fouilles du prince de Monaco aux Baousse- 
Rousse. Un nouveau type humain. L’Anthropologie, 1902. 
Bd. XIII, S. 561 (5 Abbild.). 
Die neuen Ausgrabungen in einer der Höhlen von Baousse-Rousse 
wurden mit grosser Sorgfalt durch Villeneuve und Lorenzi unter der Auf
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.