Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
bare Stämme resp. Individuen, z. B. chilenische Araukanerinnen, handelt. 
Aus den Papiergeschäften von Buenos Aires stammen z. B. die sämtlichen 
schönen Photographien von Chacoindianern, welche Yerf. in einem früheren 
Aufsatze im Globus (Die Guaikurustämme, Bd. 81, S. 1—6, 39—46, 
69—78, 105—112, siehe Centralbl. YIII, S. 42) reproduziert hat. Warum 
giebt er auch hier nicht an, wo er sie her hat? Die Bezeichnungen dürften 
hier zwar im allgemeinen zutreffend sein, doch habe ich speziell betr. des 
„Pilagakriegers“ (Abb. 24) und des „Tobahäuptlings, der angeblich 118 Jahre 
alt wurde“ (Abb. 25) meine begründeten Bedenken. Möge es Yerf. be- 
schieden sein, alle diese Stämme, die er aus der Litteratur so gründlich 
kennt, nun auch selber aufzusuchen und zu studieren. 
Dr. R. Lehmann-Nitsche-La Plata. 
339. Erland Nordenskiöld: Präkolumbische Salzgewinnung in der 
Puna de Jujuy. Verhdl. d. Berlin. Gesellschaft für Anthro 
pologie, 1902. Bd. XXXIY, S. 336—341. 
In der Puna de Jujury, einem öden unfruchtbaren Hochlande, wird 
Borax und Kochsalz gewonnen, ersteres von einer belgischen Gesellschaft, 
letzteres von den Omaguaca-Indianern, die es mit schweren breiten Eisen 
äxten in grossen Würfeln von etwa 25 kg Gewicht brechen. Yerf. glaubt 
mit Recht, dass es ein uralter Gebrauch ist, nur dass die Indianer früher 
mit grossen, ja riesigen (62,5 cm langen) Steinhauen arbeiteten, wie sie 
sehr häufig in der Puna gefunden werden und von denen Yerf. eine ganze 
Anzahl mitbrachte. Sie haben eine sog. Schäftungsrille in der Nähe der 
Basis und ihre Ränder erheben sich manchmal wulstartig, das längste Stück 
dürfte aber wohl nicht gefasst worden sein, sondern wurde mit beiden Händen 
gepackt und einfach so zum Arbeiten verwendet. Eindrücke deuten auch 
daraufhin, dass man sich bemühte, der Basis eine gut in beide Hände 
passende Form zu geben. Rr. _ß. Lehmann-Nitsche-La Plata. 
340. H. von Ihering: El hombre prehistórico del Brasil. Historia, 
1903. Bd. I, Seite 161—172, 1 Tfl. 
Das Museum zu Säo Paulo in Brasilien, dessen vielseitig thätiger 
Direktor der Yerf. des vorliegenden Aufsatzes ist, erwarb aus dem Nach 
lass des verstorbenen Karl von Koseritz eine Sammlung prähistorischer 
Gegenstände aus Rio Grande do Sul, welche J. in Bd. YI der „Revista del 
Museo Paulista“ studieren wird. Darunter befindet sich auch ein Sambaqui- 
schädel von Cidreira, von dem sich bereits Angaben vorfinden bei K. von 
Koseritz: Bosquejos Etnológicos, Porto Alegre 1874, p. 73—83. In vor 
liegendem Aufsatze, den Yerf. in einer seit kurzem in Buenos Aires er 
scheinenden Zeitschrift veröffentlichte, giebt er eine Art vorläufiger Mitteilung 
über seine Studien, anknüpfend an diese Schädelkapsel. Ihre Maassse sind
        

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