Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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dürfte es freilich sein, dass hier bereits Missionseinfluss vorliegt. Jedenfalls 
eröffnen die Aufzeichnungen des Yerf. einen Blick in eine interessante 
Entwicklungsphase der religiösen Ideen der Wayao. 
Dr. B. Ankermann-Berlin. 
25. H. B. Johnstone: Notes on the customs of the tribes occu- 
pying Mombasa Sub-District, British East Africa. Journal 
of the Anthrop. Institute of Great Britain and Ireland, 1902. 
Vol. XXXII, S. 263. 
Den Mombasa-Bezirk bewohnen sieben Stämme, die Waduruma, Wadigo, 
Wakamba, Warabai, Wakambe, Wajibana und Waribe, von denen die vier 
ersten die bedeutendsten sind. Die Wakamba sind von Norden eingewandert, 
die Wakambe wollen von Taita, östlich des Kilimandscharo, hergekommen 
sein und die Waduruma sollen von Makua abstammen, die in portugiesischer 
Zeit als Soldaten ins Land gekommen sind. Die übrigen Stämme sind von 
alters her hier ansässig. Die Beobachtungen des Yerf. beziehen sich haupt 
sächlich auf die Warabai und die ihnen ähnlichen Waribe, während die 
andern Yölkerschaften weniger berücksichtigt sind. Es sind nur vereinzelte 
Notizen, die sich aber auf fast alle Gebiete des Lebens der Eingeborenen 
beziehen und z. T. von grossem Interesse sind. Dr. B. Ankermann-Berlin. 
26. H. Balfour: The Goura, a stringed-wind musical instrument 
of the Bushmen and Hottentots. Witli Plates XII—XIV. 
Journal of the Anthropological Institute of Great Britain 
and Ireland, 1902. Vol. XXXII, S. 156. 
Verfasser, der vor einigen Jahren bereits den Bogen als Musik 
instrument zum Gegenstand seiner Studien gemacht hat (s. Centralb. f. 
Anthropol. VI, S. 264), untersucht hier das Verhältnis der Goura oder Gorra, 
jenes merkwürdigen Saiteninstruments der Buschmänner und Hottentotten, 
zum Musikbogen. An der Hand der meist im Wortlaut angeführten Berichte 
von 15 Beobachtern von dem alten Peter Kolbe an bis auf die neueste Zeit 
stellt er zunächst alles zusammen, was über Bau, Verbreitung und Spiel 
weise der Gorra bekannt ist. Sodann macht er auf den principiellen Unter 
schied zwischen Gorra und Musikbogen aufmerksam, der darin besteht, dass 
der Ton bei ersterer durch Anblasen, bei letzterem durch Schlagen oder 
Anreissen der Saite erzeugt wird. Ebenso falsch ist, wie Balfour mit Recht 
betont, die von den meisten Autoren gebrauchte Bezeichnung der Gorra als 
Maultrommel. Der Yerf. weist nun darauf hin, dass sich in Ost- und Süd 
asien Bogeninstrumente finden, die ganz ähnlich konstruiert sind wie die 
Gorra, mit breiter Saite, z. T. sogar unter Verwendung einer Federspule, 
und auch in analoger Weise zum Tönen gebracht werden, freilich nicht durch 
den menschlichen Atem, sondern indem man sie an einem Papierdrachen
        

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