Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
bei den andern Weddas wird von diesen irgend eine Art von Pflanzen kulti 
viert. An Waffen waren Bogen und Äxte vorhanden; ein Knabe besass 
einen kleinen Kinderbogen nebst Pfeil mit Holzspitze. Über das geistige 
Leben der Leute konnte Yerf. feststellen, dass die Leute von einem Gott 
oder Göttern nichts wissen, ebensowenig von bösen Geistern und Dämonen 
oder einem Fortleben der Seele nach dem Tode. Auch die Unfähigkeit zu 
zählen oder Geschenke und Geldstücke richtig zu verteilen, wurde fest 
gestellt. G. Thilenius-Breslau. 
330. B. Hagen: Die Gajo-Länder auf Sumatra. Jahresbericht d. 
Frankfurter Vereins f. Geographie u. Statistik f. 1901—1903, 
S. 29—85. Frankfurt a. M. 1903. 
Auf Grund der in der Militärzeitschrift für Niederländisch-Indien, 
sowie in einer Reihe niederländisch-indischer und holländischer Tagesblätter 
veröffentlichten Berichte über die in den Jahren 1901 und 1902 nach den 
Gajo-Ländern unternommenen militärischen Expeditionen, an der indessen 
auch Beamte der Landesaufnahme und Geologen teilnahmen, versucht Yerf., 
gestützt auf eigene, während eines langjährigen Aufenthaltes auf Sumatra 
durch Erkundigung gesammelte Erfahrungen, eine geographisch-ethnographische 
Schilderung von Land und Leuten dieses bisher so gut wie unbekannten 
Himmelsstriches zu geben. 
Die Gajo-Länder bilden ein gebirgiges, ziemlich in sich abgeschlossenes 
und isoliertes Plateau von 900—1200 m Höhe in dem nördlichen Viertel 
Sumatras. Wir sehen hier von einer Wiedergabe der geographischen Be 
dingungen, mit denen Yerf. ausführlich sich beschäftigt, ab, und wollen uns 
auf die ethnographischen Beobachtungen beschränken. 
Die Gajos (Gajus) betrachten sich als die Urbewohner der Insel und 
behaupten, stammverwandt mit den Bataks zu sein. Die anthropologische 
Untersuchung muss dieses vollauf bestätigen. Die Gajos, wie auch die Alas 
und Bataks gehören einer und derselben Menschenspielart an, die man als 
die Urbevölkerung der Sundainseln ansehen muss; Hagen hat für sie frühef 
die Bezeichnung Urmalaien vorgeschlagen. Ihr Typus kennzeichnet sich 
durch kleine gedrungene Gestalt, grossen, umfangreichen, langen Kopf (Meso- 
cephalie), sehr hohe und breite Stirn, vorstehende Jochbogen, kurze, breite, 
platte Nase, langen Rumpf, kurze Beine und mittellange Arme. Jedoch 
vermag Yerf. nachzuweisen, dass auch unter den angeführten Yolksstämmen 
bereits Typen Vorkommen, die auf Mischung mit dem atjehschen Küsten 
element hinweisen. — Die Gajos sind ein offenes, biedres Naturvolk. Ihre 
Kleidung soll der der Atjelxs ähnlich, indessen sehr ärmlich und einfach 
sein; die Frauen tragen selbstgewebte Kleider. Das üppige, wellige, kastanien 
braune Haar wird von beiden Geschlechtern lang und gut gepflegt getragen. 
Die Gajos leben in schönen und gut gehaltenen Dörfern (Kampongs). Die
        

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