Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
Centren verglichen und beide Mal ein Anwachsen der Körpergrösse kon 
statiert. Als arithmetisches Mittel ergiebt sich heut für die Grösse der 
zwanzigjährigen Italiener 1,632 m; als medianer Wert (durch Reihenbildung) 
1,629 m. P. Bartels-Berlin. 
321. John Homer Hudliston: Über das Leben der Frau im alten 
Griechenland nach Abbildungen auf griechischen Vasen (nach 
einem Auszug in) Die Umschau, 1903. Bd. VII, No. 18. 
Die griechische Litteratur gewährt zwar Einblick in das Leben der 
Frau, in ihre politische und sociale Stellung wie in ihrer Stellung im Kunst 
leben des Altertums, doch bildet eine an feineren Details weit reichere 
Fundgrube zweifellos die bildliche Darstellung. Insbesondere sind es die 
immerhin spärlichen Überreste der Keramik, welche, für den Yerkauf ar 
beitend, dem wechselnden, gerade herrschenden Geschmack zwar Rechnung 
tragen musste, gerade deshalb aber die Frau in der verschiedensten Be 
leuchtung zeigt. Die Untersuchung der Abbildungen hat Hudliston zu 
wertvollen kulturgeschichtlichen Resultaten geführt. Die Bilder, Hochzeiten, 
Toilettensachen, Augenblickseindrücke des täglichen Lebens festhaltend, geben 
uns in der Yielseitigkeit des Sujets wie der Auffassung eine so lebendige 
Vorstellung von Sitten, von Beschäftigung, von der reichverzierten Frauen 
kleidung, von den Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen der vornehmen 
Welt zur klassischen Zeit, wie wir sie aus der erzählenden Litteratur nicht 
gewinnen können. Flauptsächlich ist es die athenische Frau, die wir be 
gegnen, da die Kunst hauptsächlich in Athen zu Hause war. Auch wo 
sich Darstellungen ausserathenischer Zustände oder mythologischer Vorgänge 
finden, sehen wir die Charaktere athenischer Frauen, selbst wenn damit 
ein Anachronismus begangen wird. Dass in manchen dieser Vasen sich 
noch Zucker oder Schminke vorfand, sei nur nebenbei bemerkt. 
JDr. Kellner- Unter‘¿öltzsch. 
322. R. Weinberg: Die anthropologische Stellung der Esten. Zeit 
schrift f. Ethnologie, 1903. Bd. XXXV, S. 382—430. 3 Taf. 
Die Frage nach der anthropologischen Einordnung der Ugro-Finnen 
wird untersucht auf Grund von Beobachtungen, die an Esten angestellt 
wurden, und zwar dienten als Grundlage die früheren Studien des Verf. 
über anthropologische Untersuchungen an 1000 estnischen Rekruten, über 
die Körperproportionen der Esten, und Ergebnisse anthropologischer Auf 
nahmen der estnischen Schuljugend. An Schädelmaterial standen 54 und 
eine Reihe (wieviele?) Q Schädel zur Verfügung. Capacität und allge 
meine Schädelform bekunden eine mittlere Stellung der Esten unter den 
weissen Rassen; durchschnittlich herrscht Mesocephalie (Index am Skelett 78, 
am Lebenden 79) mit Hinneigung zur Brachycephalie. Der „finnische Ge-
        

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