Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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bei den Rassen „Mirs“, bei den Südslaven „Zadrugas“. Den historischen 
Ausgangspunkt der modernen Volksvertretungen müssen wir in den ständischen 
Versammlungen suchen, die sich zuerst in England etwa im XIII. Jahr 
hundert bildeten; die Vertretung des ganzen Volkes fand erst während der 
französischen Revolution statt. 
Bei der Erwägung der anthropologischen Grundlagen der politischen 
Entwickelung gelangt W. zu dem Schlüsse, dass wir in der nordeuropäischen 
Rasse, d. h. grossschädeligen Menschen mit einer grossen Gestalt und 
heller Pigmentierung, die am höchsten stehenden Vertreter des Menschen 
geschlechtes anzusehen haben; er rechnet auch aus, dass die besten Geister 
der neueren Geschichte grösstenteils Vollblutgermanen waren. Durch Kreuzung 
hochkultivierter mit niedrigstehenden Völkern, aktiver mit passiven (Klemm), 
starker mit schwachen Rassen (Gobineau) kommt es zur Entartung der 
Völker, wofür uns die Geschichte viele Beispiele bietet. Darum glaubt W., 
alle Blutkreuzungen der kaukasischen Rasse mit Negern und Mongolen, ja 
selbst eine Vermischung der echten Germanen mit dem mediterranen und 
alpinen Typus vom Standpunkte der historischen Anthropologie verdammen 
zu müssen. Zu den veranlassenden Momenten des Niederganges eines Volkes 
zählt W. innere Unruhen, Bürgerkriege, Eheflucht, übermässige Kinder 
sterblichkeit, Umwandlung eines Agrarstaates in einen Industriestaat, wobei 
die Landbevölkerung abnimmt, die politische Individualausjätung u. a. Schon 
im Altertum und im Mittelalter erwiesen sich die Städte als Massengräber 
der Völker infolge der in ihnen begünstigten Seuchen, Selbstmorde, Ver 
brechen und Prostitution. 
Indem W. Virchows, Schaafhausens, Matiegkas, Taylors Ansicht über 
die geistige Überlegenheit der Brachycephalen bestreitet, schreibt er die 
ganze europäische Civilisation vollends der germanischen Rasse zu und rechnet 
hierzu das Papsttum, das Kaisertum, die Renaissance, die französische Revo 
lution (?) und die napoleonische Weltherrschaft (?). Er findet die germanische 
Rasse dazu berufen, die Erde mit ihrer Herrschaft zu umspannen. 
Zum Schlüsse unterzieht W. vom Standpunkte der historischen Anthro 
pologie die wichtigsten politischen Parteien (konservativ, liberal, social) einer 
prinzipiellen Prüfung. Dr. Oskar v. Hovorka-Wien. 
316. S. Ed. Rheindt: Farmacia cum era in extrema vechune (Die 
Arzneikunde, wie sie im grauesten Altertume aussah). 
Buletinul Asociatiunec gener. a corpuliü farmaceutic diu 
Romania, 1902. Anul. IV, No. 1, Noembre. Bucarest. (24 S.) 
(Rumänisch.) 
Die ersten Anfänge der Arzneikunst und Arzneibereitung finden wir 
in der prähistorischen und erstgeschichtlichen Zeit stets eng verknüpft mit 
der primitiven Religion; zu jener Zeit waren die Priester nicht nur auch
        

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