Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
einer periodischen Steigerung des Geschlechtstriebes im Frühjahr und Herbst 
(grosse Feste, vor allem solche erotischen Charakters), ihren Einfluss auf 
die Empfängnisziffer, sowie auf die Zunahme der geschlechtlichen Vergehen, 
wie der Verbrechen überhaupt, das stärkere Auftreten von Irrsinn, Selbst 
mord u. a. m. zu bestimmten Jahreszeiten. 
Der dritte Abschnitt (S. 163—291) ist zw r ar mehr medizinischen 
Charakters, bringt aber auch mancherlei Abschweifungen auf das ethnologische 
und kulturgeschichtliche Gebiet. Es behandelt den Auto-Erotismus, im be 
sonderen die Masturbation. j>. Buschan-Stettin. 
B. Specielles. 
22. J. Roscoe: Further notes on the manners and customs of 
the Baganda. Journal of the Anthropological Institute of 
Great Britain and Ireland, 1902. Vol. XXXII, S. 25. 
Diese Arbeit ist eine weitere Ausführung von kurzen Notizen über 
die Waganda, die der Verf. in einem früheren Jahrgang derselben Zeitschrift 
gegeben hat, und bildet eine wertvolle Ergänzung und Erweiterung der Mit 
teilungen, die bereits Felkin, Ashe, Mackay u. a. über Uganda geliefert 
haben. Es sind auch diesmal, wie der Titel besagt, nur einzelne Stücke 
aus der Ethnographie von Uganda, keine zusammenhängende Darstellung 
derselben, aber einige Abschnitte sind so ausführlich und behandeln ihren 
Gegenstand bis in die feinsten Einzelheiten, dass man sie wohl als erschöpfend 
bezeichnen kann. Ich erwähne z. B. die Kapitel, die über Geburt, Namen 
gebung, Adoption und der dabei geübten Bräuche, insbesondere über die 
äusserst merkwürdigen und umständlichen Ceremonien bei Zwillingsgeburten 
handeln, ferner die Abschnitte über Heirat, Krankheit und Tod, Bestattung 
und Totentrauer, die sämtlich vieles bisher noch nicht bekannte Material 
beibringen. Viel neues enthalten auch die Angaben über die gesellschaftliche 
Organisation des Volkes und die Verfassung und Regierung des Staates; 
die Waganda sind, wie so viele Völker auf ähnlicher Kulturstufe, in Clans 
geteilt, die die gleichen charakteristischen Eigentümlichkeiten wie anderswo 
aufweisen, Exogamie, Totemismus u. s. w. Die Religion ist, wie in einem 
ausgebildeten Staatswesen selbstverständlich, ziemlich entwickelt; der Verf. 
zählt 14 verschiedene Gottheiten auf, die ihre eigene Priesterschaft haben; 
doch ist die animistische Grundlage noch deutlich erkennbar und auch im 
Bewusstsein des Volkes noch nicht verwischt. Nicht weniger wichtig und 
inhaltreich als die wenigen hier hervorgehobenen, sind die weiteren Kapitel 
über Kleidung und Schmuck, Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Jagd, 
Kriegführung, Spiele, Grussformen, Märkte, Geld u. s. w. Ich erwähne hier 
nur noch die meines Wissens ganz neue Angabe, dass vor Einführung der 
Kauris runde Steine als Geld gedient haben. Wenn der Verf., wie er es
        

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