Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
bürg, Siersleben, Sittichenbach, Stedten, Volkstedt, Welbsleben, Welfesholz, 
Wüstung, Wesenstedt, Ober-Wiederstedt, Wormsleben, Zabenstedt. 
Dr. A. Götze-Berlin. 
293. P. Höfer: Baalberge. Jahresschrift f. d. Vorgesch. d. sächs.- 
thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 16—49. 
H. berichtet über die Ausgrabung eines grossen Tumulus bei Baal 
berge, welche er zusammen mit Kommissionsrat Kälber aus Bernburg im 
Juni 1901 ausgeführt hat. Der grosse Hügel von 133 m Umfang und 
5 3 / 4 m Höhe wurde durch einen 2 m breiten Graben und zwei hiervon 
nach Süden abzweigende Gräben aufgeschlossen, ausserdem kam noch die 
Erdsonde zur Anwendung. Der Befund war folgender: In der Hügelmitte 
in geringer Tiefe drei bereits ausgenommene Steinkistengräber, darunter 
sechs ebensolche, weiter eine dritte Schicht mit Steinplatten umsetzter 
Gräber (A) mit einem Henkelgefäss und zwei Bronzedolchen, und am Grunde 
des Hügels ein Kistengrab (C) mit einer Henkelkanne und einer Henkel 
tasse. Im westlichen Teile des Hügels eine Steinkiste (D) ] /-> m unter der 
Fläche des Abhanges mit zwei Gefässen der Schnurkeramik und einem 
I euersteinmesser. Im östlichen Teile des Hügels eine auf der Hügelbasis 
stehende Steinkiste (B) mit zwei Abteilungen, in deren einer ein Gefäss 
des Bernburger Typus, in deren anderer zwei Kugelamphoren standen. 
H. benutzt diesen Befund zu einer chronologischen Bestimmung. Indem 
er das unterste Grab in der Mitte (C) für älter ansieht als dasjenige im 
westlichen Hügelteile (D), und indem er die Gefässe des Grabes (C) für 
Verwandte des Bernburger Typus hält, schliesst er darauf aus das höhere 
Alter dieser Gruppe vor der Schnurkeramik. Ohne mich hier auf andere 
mögliche Fehlerquellen einzulassen, will ich nur bemerken, dass der Nach 
weis für die Zugehörigkeit der Gefässe von C zum Bernburger Typus nicht 
erbracht und somit auch der darauf beruhende Schluss hinfällig ist. In 
einem Exkurs über den Latdorfer Hügel, dessen Verhältnisse ich gerade 
für die Priorität der Schnurkeramik angezogen habe, sucht er das Gegenteil 
nachzuweisen, aber auch hier entbehren seine Prämissen der Beweiskraft. 
Ich kann mich im Rahmen dieses Referates natürlich nicht des Näheren 
darauf einlassen und behalte mir die speziellen Nachweise für eine andere 
Gelegenheit vor. Dr. A. Götze-Berlin. 
294. P. Zschiesche: Gräberfeld aus der Bronzezeit bei Walters 
leben, Kr. Erfurt. Jahresschrift f. d. Vorgeschichte d. sächs.- 
thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 116—124. 
Bericht über die Ausgrabung von 13 Gräbern. Von diesen enthalten 
II gestreckte Skelette meistens in Kistengräbern, seltener frei in der Erde 
oder nur mit Steinplatten bedeckt. Eine Kiste enthielt Brandknochen.
        

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