Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

248 
B. Referate. Urgeschichte. 
unter Hinweis auf seine Einteilung der slavischen Keramik, die durch die 
zahlreichen Funde von Riewend ermöglicht war, dass der Schwedter Burg 
wall der letzten slavischen Epoche zugeschrieben werden müsse; wenigstens 
sind bisher fast nur Scherben mit scharfer Randumbiegung, horizontalen 
Furchen und Kerben auf dem Wulst daselbst gesammelt worden. 
Prof. Dr. Walter-Stettin. 
282. Kornemann, Kramer, Gundermann: Die Funde in der Ge 
markung Ostheim bei Butzbach. Oberhess. Geschichtsverein. 
Fundbericht f. d. Jahre 1899—1901. Giessen 1902, S. 3—30. 
Nach dem Berichte Kornemanns über die Fundumstände wurden 
4 Urnen und mehrere Scherbennester ausgegraben; K. vermutet wegen der 
geringen Tiefenlage, dass ursprünglich Hügel darüber aufgehäuft gewesen 
wären. Die Urnen enthielten Beigefässe und Bronzen, Eisen wurde nicht 
gefunden. Die teils nach Giessen, teils nach Butzbach gelangten Funde 
werden von Kramer einzeln beschrieben. Gundermann giebt einen Nachtrag 
zu den Funden und führt in einer zusammenfassenden Besprechung aus, 
dass sie teils Gräbern, teils Wohnstätten entstammen und der Steinzeit 
.(Bandkeramik) und der Bronzezeit angehören. Dr. a Götze-Berlin. 
283. Gundermann: Grabfunde in der Lindener Mark. Oberhess. 
Geschichtsverein. Fundbericht für die Jahre 1899—1901. 
Giessen 1902, S. 78—86. 
ln der Lindener Mark, einem Waldgebiete südlich von Giessen, be 
finden sich viele Hunderte von Grabhügeln, von denen 1899 und 1901 
sieben aufgedeckt wurden. Es sind sämtlich Brandgräber in grösseren oder 
ganz flachen Hügeln, meist mit zahlreichen Gefässen, aber wenigen Bronze- 
und Eisenbeigaben, nach G. der entwickelten Hallstattzeit angehörig. Es 
fanden sich auch vereinzelt neolithische und bronzezeitliche Scherben, die 
wohl bei der Anlage der Hallstattgräber aus ihrem ursprünglichen Zusammen 
hänge gebracht wurden. Dr. A. Götze-Berlin. 
284. Gundermann: Hügelgräber bei Oberwetz. Oberhess. Geschichts 
verein. Fundbericht f. d. Jahre 1899—1901. Giessen 1902, 
S. 47—51. 
Von einer grossen Anzahl Hügelgräber untersuchte G. zwei. Das 
eine enthielt nur einen kleinen Feuerstein und ein Kohlennest, ohne jede 
Spur von Knochen. Das andere enthielt ein Skelettgrab mit einem Bronze 
halsring, einer Bronzekette mit Anhängern, zwei Thonklappern und Teilen 
eines Eisenschwertes. Nach G. ältere Hallstattzeit. Dr. A. Götze-Berlin.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.