Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
Resten. Die verwendete Farbe ist von Moissan chemisch untersucht, sie 
besteht aus schwärzlich geriebenem Pulver von Mangan-Oxyd, gemischt mit 
Kiesel- und Kalkstücken. Dieselbe Farbe kommt in der Grotte Font-de 
Gaume vor. Die zweite Gruppe enthält neben Tierdarstellungen eine zelt 
artige Zeichnung, weshalb die Fundstelle als Saal der Hütte bezeichnet wird; 
die Streifen sind ebenfalls aufgemalt. Rivière bemerkt dazu, dass dies das 
einzige Bild einer menschlichen Wohnung aus der magdalenischen Epoche sei. 
Nun hat aber A. de Mortillet im 3. Aufsatz gewisse Zeichnungen 
aus den Grotten Font-de-Gaume und Combarelles besprochen, die unter 
den überwiegenden Tierdarstellungen auffielen; er hält sie gleichfalls für 
Abbildungen von Hüttenwohnungen, nicht für symbolische Zeichen. Sie ent 
halten alle einen Mittelmast und konische Zeltbedeckung, daneben Seiten 
stützen und Eingänge. Zur Vergleichung werden die ebenfalls cylindro- 
konischen Wohnungen der heutigen Tschuktschen in Sibirien herangezogeu, 
die unter gleichen klimatischen Verhältnissen leben wie die damaligen Be 
wohner der Dordogne, gleiche Schnitzereien liefern und ihre Hütten ähnlich 
wiedergeben wie die Künstler der südfranzösischen Grotten. Der Vergleich 
ist ohne Zweifel schlagend. Auch die Schilderung und Darstellung nord 
amerikanischer Indianerhütten durch Catlin ergiebt deutliche Analogien. 
Somit führen uns die Grottenbilder nicht nur die Fauna, sondern auch die 
Wohnungen aus den Epochen des Solutréen und Magdalénien in authentischen 
Darstellungen vor Augen; denn nicht überall gab es Höhlen, man musste 
künstlich sich warme und wohl verschlossene Wohnungen hersteilen, wie 
sie der Mensch unter gleichen Lebensbedingungen sich noch heute zu er 
richten gezwungen sieht. Prof. Dr. Walter-Stettin. 
276. Capitan, Breuil et Peyrony: Les figures gravées à l’époque 
paléolithique sur les parois de la grotte de Bernifal (Dor 
dogne). Revue de l’École et ¿’Anthropologie de Paris 1903. 
Année XIII, S. 202—209. 
Dem unermüdlichen Entdecker der bemalten Grotten des Vezèrethales 
aus der älteren Steinzeit, Professor Capitan, ist es gelungen, mit Hilfe 
seiner treuen Arbeitsgefährten den bisher bekannten Grotten eine neue hinzu 
zufügen. Überblicken wir zunächst einmal die schon bisher bekannt ge 
wordenen; es sind: Altamira in Nord-Spanien, Pair-non-Pair bei Bordeaux, 
Marsoulas (Haute-Garonne) Chabot an der Ardèche. Die übrigen drei: La 
Mouthe, Font-de-Gaume und Combarelles gehören dem Vezèrethal resp. deren 
Nebenzweig an. Dasselbe gilt auch von der neuentdeckten von Bernifal. 
Da Ref. im vorigen Jahre selbst im Vezèrethal und unter der Führung 
des Herrn Peyrony in den Grotten von Font-de-Gaume und Combarelles 
war, so glaubt er einige Anhaltspunkte zum Verständnis für das Gelingen 
dieser neuen Entdeckung geben zu können. Ohne Zweifel hat daran Herr
        

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