Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

В. Referate. Urgeschichte. 
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besonders glaubte man ihre moderne Herstellung aus der guten Erhaltung 
und dem Fehlen der Patina herleiten zu dürfen. Der Verfasser tritt für 
die Echtheit ein unter Hinweis auf den Unterschied der Ateliers und Stationen, 
den Reichtum des Landes an Feuerstein und die ausgezeichnete Geschick 
lichkeit seiner Bewohner; er unterscheidet 16 Formen von Pfeilspitzen und 
schildert die übliche Weise des Suchens, die noch heute nie versagt. Statistisch 
wird festgestellt, dass seit 30 Jahren aus einem beschränkten Gebiet ungefähr 
500 Pfeilspitzen jährlich gesammelt sind; die in 20 Sammlungen zerstreuten 
Stücke von nachweislich burgundischer Herkunft werden aufgezählt: so er 
scheint Grund und Boden dort als eine unerschöpfliche Mine, eine Jahr 
hunderte hindurch von wirklichen Künstlern ausgeübte Industrie hat der 
Gegenwart noch reiche Überreste gelassen. Prof. Dr. Walter-Stettin. 
273. G. Courty: Les Eyzies et les bords de la Vezére. L’Homme 
préhistorique, 1903. Bd. I, Nr. 1, S. 10, avec fig. 
274. E. Rivière: Les parois gravées et peintes de la grotte de 
la Mouthe. Ebendas. Nr. 3, S. 65, avec fig. 
275. A. de Mortillet: Sur quelques figures peintes et gravées des 
grottes des environs des Eyzies. Ebendas. Nr. 2, S. 43, 
avec fig. 
Diese 3 kurz hinter einander erschienenen Aufsätze geben ein zu 
sammenhängendes Bild von dem jetzigen Stand und den neusten Funden 
im Gebiet der Höhlenforschung des Departement Dordogne. Courty er 
läutert an der Hand eines Kärtchens die 11 berühmtesten paläolitliischen 
Lokalitäten bei Tayac-les-Eyzies an den Ufern der Yezere; Cro-Magnon 
lieferte die von Broca untersuchten Skelettreste, les Eyzies Skulpturen von 
Elfenbein, Laugerie-Haute und -Basse neben Resten von Equiden und Renn 
tieren auch Feuersteinartefakte der ältesten Typen, die Grotten von la Mouthe, 
Eont-de-Gaume und Combarelles endlich eingemeisselte und gefärbte Fels 
zeichnungen. — Letztere beschreibt Rivière, der sie 1897 zuerst publizierte 
Und mehrfach angefochten wurde, von neuem, soweit sie die Grotte la Mouthe 
enthält; er unterscheidet in der auf 140 m freigelegten Grotte bei einer 
Höhe von 2 m nach den Malereien einen Bisonsaal und einen Saal der ge 
fleckten Wiederkäuer. Im einzelnen fällt in einer Gruppe zwischen ver 
nickelten oder unvollendeten Darstellungen von kuh- oder katzenähnlichen 
I ieren ein vollständig und gut gezeichneter Bison auf, in einer zweiten ein 
vortrefflicher Renntierkopf, ein Steinbock und ein Mammut, dieses kommt 
auch in der dritten Gruppe neben pferdeartigen Tieren und Wiederkäuern vor? 
Aie schwärzliche Flecke auf dem Körper zeigen. Die Zeichnungen sind von ver 
schiedenem Wert und rühren wohl von mehreren Künstlern her, die darge 
stellten Tiere entsprechen den in den magdalenischen Schichten gefundenen
        

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