Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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entwickhmg des Ober- und Mittelgesichts, wie ja in der Regel. Das Antlitz 
erscheint dabei bekanntlich meist flach, viereckig, bei den Tungusen häufig 
oval. Brachykephalie ist meist mit Langgesichtigkeit, selten mit Chamae- 
prosopie verbunden. In der Wangengegend sind Buräten und Tungusen 
besonders stark entwickelt; es tritt bei ihnen, besonders aber bei den Chal- 
chassen die Mandibularwinkelbreite gegenüber der Wangenbreite in auf 
fallendem Grade zurück. Das Antlitz des Buräten und Tungusen erscheint 
deshalb im mittleren und oberen Teil hochgradig verbreitert, im Kiefer 
gebiet verschmälert. 
Schiefäugigkeit ist ein auffallendes Charakteristikum der Chalchas und 
Buräten, gleichwie die Mongolenfalte, die mit zunehmendem Alter zurück 
tritt. Nase klein, flach, niedrig, mit abgeplatteten Flügeln, das Gesichts 
profil nicht überragend. Die Tungusen besitzen oft eine aufgeworfene Ober 
lippe, seltener die Chalchas. Das mittelgrosse Ohr erscheint bei allen 
deutlich abstehend. In physiologischer Beziehung auffallend bei den in 
Rede stehenden Volksstämmen ist schliesslich das plötzliche, durch nichts 
angekündigte Hereinbrechen des Alters, obwohl der Körper verhältnismässig 
lange seine Frische und Spannkraft bewahrt. Damit im Zusammenhang 
steht das frühe Ausbleiben bezw. die Aufhellung der Iris, die nach Ansicht 
des Verf. nicht so sehr durch Veränderungen des Irispigmentes selbst be" 
dingt ist, als vielmehr durch Mattwerden der Cornea und frühzeitige senile 
Degeneration derselben, vor allem infolge des Einflusses von Sonnenbe 
strahlung, Staub und Rauch, der früh zu Gewebsveränderungen im Gebiete 
der Cornea und Konjunktiva führt. 
Was die vorgeschichtlichen Verhältnisse aller dieser Völker betrifft, 
deren Heimat bekanntlich von manchen nach Süd-Transbaikalien verlegt 
wird, so gelangten besonders die Chalchas früh zu starker Entfaltung in 
der Nordmongolei; ihrem Stamm entspross ja auch der einst allmächtige 
Tschingis-Chan, dessen Dynastie durch IV2 Jahrhunderte die Völker Asiens 
(Turkos, Mongolen) und Osteuropas beherrschte. Als Transbaikalien von 
Russland annektiert w r ar, gelangten seit der Mitte des XVII. Jahrhunderts 
mehrere Mongolenstämme, vor allem viele Buräten, unter russische Bot- 
mässigkeit mit Beibehaltung einer gewissen, den Bedingungen der Steppe 
angepassten Autonomie, die ihnen seitdem gewahrt bleibt. Verf. hält sie 
alle für stark gemischt. Gemessen wurden insgesamt 641, ausschiesslich 
Ö Individuen. Die Abbildungen erscheinen recht charakteristisch. 
Dr. 11. Weinberg-Dorpat. 
257. Ch. de Ufjalvy: Iconographie et anthropologie irano-indienne. 
L’Anthropologie, 1902. Nr. 4—6, 64 S. 
Unter Zuhilfenahme der wichtigsten sich heutzutage noch in Indien 
über die Bevölkerung dieses Landes vorfindenden Abbildungen und Auf- 
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Intern. Centralblatt für Anthropologie. 1903.
        

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