Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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254. R. Weinberg: Anthropologische Untersuchung estnischer 
Rekruten. Sitz.-Ber. Gel. Estnische Gesellsch. 9-/22. Oktober 
1902. Dorpat 1902. S. 112. 
Unter Hinweis auf eine spätere ausführlichere Publikation, die unter 
dem allgemeinen Titel „Vaterländische anthropologische Studien“ auch die 
übrigen Rassen des Balticum (Liven, Letten) berücksichtigen wird, fasst der 
Vortragende seine bisherigen Ergebnisse kurz zusammen. Die vorhandenen 
Kenntnisse über die ethnischen Besonderheiten des Esten erscheinen im 
Lichte modorner Wissenschaft nicht bloss lückenhaft, sondern völlig unzu 
reichend. Vortr. ist in den letzten Jahren bemüht gewesen, diese auf 
fallende Lücke zu beseitigen. Es ist ein umfangreiches Thatsachenmaterial 
gesammelt worden, von welchem zunächst die am Lebenden gewonnenen 
Ermittelungen zu berücksichtigen sind. Mit obrigkeitlicher Genehmigung 
hat Vortr. Messungen an estnischen Rekruten angestellt, und zwar konnten 
mehr als 1200 Eizeluntersuchungen angeführt werden, wobei jedoch zunächst 
auf Körperhöhe, Brustumfang, Kopfmaasse, Farbe der Haut, Farbe und Be 
schaffenheit der Haare, Farbe der Iris das Hauptgewicht gelegt werden 
musste. Benutzt wurden ausserdem, um vorläufig eine breitere Grundlage 
zu gewinnen, Daten über Körpergrösse, Brustumfang und Beinlänge von 
ca. 10,000 estnischen Rekruten früherer Jahrgänge, nach dem Aktenmaterial 
der Wehrpflichtsbehörden. Die Bearbeitung des Materials hat zu wichtigen 
Ergebnissen geführt, die den Esten in einer von den früheren Darstellungen 
wesentlich abweichenden anthropologischen Beleuchtung erscheinen lassen. 
Es sind bereits jetzt folgende Sätze als bemerkenswert hervorzuheben: 
1. Der Este entspricht nicht einem einheitlichen Rassentyp; 2. es giebt 
im Körperbau des Esten regionale Unterschiede; 3. der Nordeste ist im 
allgemeinen von grösserer Standlänge als der Südeste; 4. in der Umgebung 
der Stadt Dorpat und in ihr selbst wächst — im Vergleich zum flachen 
Lande — das langköpfige Element unter den Esten. Sclbstbericht. 
255. J. Talko-Hryncewicz: Zur Anthropologie Transbaikaliens 
und der Mongolei. Russische Zeitschrift f. Anthropologie, 
1902. Jahrg. III, Lieferg. X, S. 34. Mit 21 Figuren im 
Text. 
256. J. Talko-Hryncewicz: Die Volksstämme Centralasiens: 
Mongolo-Chalchassen, Buräten und Tungusen (Russ.) Eine 
anthropologische Studie. Schriften der Trojizkossawsk- 
Kjachta-Sektion der Amur - Abteilung der Kaiserl. Russ. 
Geograph. Gesellsch. Moskau 1902. Bd. V, Heft 1. 
Verfasser, der seit mehr als zehn Jahren im Transbaikalgebiet als 
Arzt thätig ist, hat in dieser Zeit Gelegenheit gehabt, die ethnischen Ver
        

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