Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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dass die unteren Extremitäten beim Weibe stets, oder wenigstens im Mittel 
kleiner sind als beim Manne; doch bezieht sich diese Kleinheit lediglich 
auf die Schenkel und scheint von der Entwickelung des weiblichen Beckens 
abzuhängen, welches auf das Wachstum der Schenkel einen hemmenden 
Einfluss ausübt. Bei der Zunahme der Körpergrösse ist es vorzugsweise 
die untere Extremität mit dem Becken, welche diese Zunahme bewirken. 
Die stärkere Entwickelung der oberen Extremität ist jedoch stets auf Rechnung 
des Vorderarmes zu setzen, wenn auch derselbe beim Weibe etwas kürzer 
ist, als beim Manne. 
P. sucht im weiteren Verlaufe seiner Messungen den Beweis zu er 
bringen, dass die Dimensionen des Rumpfes mit jenen des Kopfes und seiner 
einzelnen Teile in Beziehung stehen; so findet er z. B., dass bei zunehmendem 
Wachstum der Körpeigrösse der glabellöse Durchmesser viel rascher wachse 
als der metopische, oder dass der Stirndurchmesser schneller zunehme als 
die Körpergrösse. Die zweifellose Enge der weiblichen Stirne hält er mit 
Welcker für ein konstantes sekundäres Geschlechtsmerkmal der Europäer. 
Die Schädelhöhe ist beim Weibe stets niedriger als beim Manne. Während 
P. bei den Messungen der Augenhöhle noch einen Einfluss seitens des Ge 
schlechtes und der Körpergrösse zu finden vermeint, stellt sich ihm bei den 
Nasenmesssungen eine unglaubliche Variabilität der Formen entgegen; dessen 
ungeachtet rechnet er heraus, dass sich die Form der weiblichen Nase mehr 
jener des Kindes nähere, was allerdings bereits vorher auch ohne Messungen 
längst bekannt war. Der alonasale Index steht in enger Beziehung mit dem 
Nasenprofil, und er nimmt ab, je mehr sich die äussere Nasenform der 
konkaven nähert. Ebenso scheint es Wechselbeziehungen zwischen der sub- 
nasoalveolären und der Nasenhöhe zu geben; nimmt diese zu, so nimmt jene 
ab und umgekehrt; auch in der geringeren Flöhe der Zähne erblickt P. ein 
sekundäres Geschlechtsmerkmal. Br. Oskar v. Hovorka-Wien. 
248. L. Niederle: Prispevek k poc. hist slov. (Beitr. zu d. An 
fängen der slovakischen Geschichte). Tovarysstvo (Rosen- 
berg-Ungarn) 1900. Bd. III, 171. 
Verf. konstatierte im Museum zu St. Martin (Turöcz) Objekte aus 
Urnenfeldern vom schlesischen Typus, welche beweisen, dass das betreffende 
Volk (Slaven, hier Vorfahren der Slovaken) noch vor Chr. Geb. über die 
nördlichen Karpathen längs der in die Donau mündenden Flüsse in die 
ungarische Slovakei eingedrungen ist. Br. H. Matiegka-Prag. 
249. A. Weisbach: Die Slovenen. Mitteilg. der anthrop. Gesell 
schaft in Wien, 1903. Bd. XXXIII, S. 234. 
Nach denselben Grundsätzen, wie sie bei den Deutschen der öster 
reichischen Alpenländer und bei den Bosniern zur Anwendung kamen, unter
        

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