Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
Auf das kürzlich erschienene Werk Rouse Greek, Votive Offerings, 
1902, werde ich an einer andern Stelle zurückkommen. 
Von Interesse ist der Hinweis auf die Skelett-Darstellungen der 
Trinkbecher des Silberschatzes von Boscoreale. L. Stieda-Königsberg. 
247. G. Papillault: L’homme moyen à Paris. Bull, et Mém. de 
la Soc. d’anthropologie de Paris, 1902. Série 5, Tome III, 
S. 393—526. 
Nicht um den Canon der Proportionen des menschlichen Körpers oder 
eine „goldene Regel“ zu finden, unternahm P. an 100 männlichen und eben 
soviel weiblichen Leichen der Pariser Anatomie äusserst genaue, äussere 
und innere anthropometrische Messungen, sondern lediglich zu dem Zwecke, 
um die geschlechtlichen und Höhenschwankungen und deren Wechselbe 
ziehungen bei der Pariser Bevölkerung festzustellen. Wesentliche Dienste 
leistete ihm dabei auch die radioskopische Vergleichung, welche die nach 
den üblichen Methoden ausgeführten Messungen bedeutend vervollständigt«. 
Das Leichenmaterial gruppierte er so, dass er bei jedem Geschlechte drei 
Körpergrössen, die kleinste, mittlere und grösste aufstellte und zwar bei den 
Männern: 160,9, 167,5 und 173,7 cm, bei den Weibern 150,4, 156,3 und 
163,5 cm. Da er bei jeder Leiche 98 festgesetzte Messungen abnahm, so 
bekam er ca. 20000 Zahlen im Ganzen. Das grosse Zahlenmaterial be 
handelt er in drei grossen Abschnitten, welche dem Rumpfe, den Extremi 
täten und dem Kopfe gewidmet sind. 
Die Körpergrösse ergab bei den Parisern 167,7 cm, bei Pariserinnen 
156,4 cm im Mittel. Indem er die mittlere Länge der Wirbelsäule bei den 
Männern auf 60,4, bei den Weibern auf 55,9 cm in der Projektion fest 
setzt, bezeichnet er die geringere Länge derselben als einen sexuellen Charakter 
beim Weibe. Den Halsabschnitt der Wirbelsäule findet P. weniger ent 
wickelt beim Weibe und bei den kleinen Individuen. Der dorsale Ab 
schnitt ist dagegen bei denselben Gruppen mehr entwickelt. Der lumbale 
Teil ist bei allen Gruppen fast derselbe, ja die lumbale Krümmung ist bei 
beiden Geschlechtern ganz dieselbe. Die Neigung des Beckens zeigt sich 
bei den Weibern stärker als bei den Männern, ebenso ist ihre Conjugata 
grösser (11,0) als bei den Männern (9,8 cm); dagegen weisen diese einen 
grösseren bitrochanteren Durchmesser auf (30,12) als jene (29,52). Es ist 
nur auf die grösseren Dimensionen des weiblichen Beckens zurückzuführen, 
wenn der Rumpf des Weibes relativ höher ist, als jener des Mannes; die 
relativen Rumpfverhältnisse nehmen langsam ab, wenn sich die Körpergrösse 
vermindert, jedoch stets im geringerem Maasse als die Wirbelsäule. Der 
Hals des Weibes, verglichen mit der Wirbelsäule oder Körpergrösse ist etwas 
länger als jener des Mannes. 
Aus der Betrachtung der Messungen der Extremitäten geht hervor,
        

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