Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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A. Originalarbeit. 
namen, endlich ihre archäologische Hinterlassenschaft bezeugt, wozu 
ältere und jüngere Winkelbandkeramik gehören. 
Am Ende der neolithischen Periode kreuzte sich im Mittel 
rheinlande mit der von den Altligurern geübten, steifen Winkel 
bandkeramik, die in süd-nördlicher Linie vorgedrungen war, die aus 
dem Osten stammende Spiralkeramik, welche thrakisch-illyrische 
Stämme auslibten. Die Resultate dieser Kreuzung ergaben den 
Albsheimer Typus, der beide Motive, das Winkelband und die 
Bogenlinie, in sich zu einem dritten Typus vereinigt. 5 ) Wenn 
Köhl mit Recht anführt, dass „die Ornamentik hier schon mehr 
verflacht und verwildert ist“, so steht dies mit der Thatsache der 
Kreuzung zweier Stilrichtungen im Zusammenhang, wobei nichts 
Besseres herauskommen kann, zweitens mit dem Gebrauche des 
Metalles, hier in Form von dreieckigen Kupferdolchen und Bronze- 
spiralen, der stets auf die Keramik degenerierend gewirkt hat. 6 ) 
Die Albsheimer Periode 7 ) bildet den Abschluss der 
neolithischen Phase im Mittelrheinlande und den Übergang 
zur Metallzeit. Wenn die Etappen, auf denen die Spiralkeramik 
aus Mösien und Dacien längst der Donau nach Westen bis zum 
Neckar und Rhein vordrang, noch reichhaltiger festgestellt sein 
werden, 8 ) ebenso die betreffenden Grabfelder, die jetzt noch selten 
sind, dann wird unsere, die Forschungen im Ost und West, zusammen- 
fassende Gesamtansicht von der Gegenwirkung der verschiedenen 
Formenkreise zur neolithischen Periode und vom Einfluss, den der 
Osten Europas und die Balkanhalbinsel auf die Weiterentwicklung 
dieser Periode und ihren Übergang zur vollen Metallzeit ausgeübt 
hat, noch im Einzelnen bestätigt und ausgearbeitet werden können. 
Die Thalengen des Rheins und der Donau brachten die Urein 
wohner und ihre Schnittpunkte die Weiterbildung der Kultur. 
Naturgemäss häufen sich diese Funde im ersten Teile dieses 
Landes, von Strassburg abwärts über Neustadt, Dürkheim, Worms, 
Mannheim bis Mainz, Bingen, Wiesbaden. In Rücksicht auf die 
5) Köhl a. 0. S. 12. 
6) Über das Albsheimer Grabfeld vgl. Mehlis: „Studien der ältesten Ge 
schichte der Rheinlande“, II. Abt. S. 13—29. Köhl: Neue prähistorische Funde 
aus Worms u. Umgebung, S. 57, Nr. 3 u. 4. 
7) Im Gegensätze zu Dr. Köhl, der „über die neolitliische Keramik Süd 
westdeutschlands“ S. 11 behauptet: „Auf diesen — den Albsheimer — Gefäss- 
typus habe ich zuerst aufmerksam gemacht“, stelle ich fest, dass in den „Studien 
zur ältesten Geschichte der Rheinlande“ III. Abteilung, S. 17, Fig. 5 zuerst 
von mir dieser Typus festgestellt und S. 17—19 in seiner Eigentümlichkeit 
beschrieben wurde. 
8) vgl. Schliz a. 0., S. 11: Karte der bandkeramischen Stationen.
        

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