Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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A. Origmalarbeit. 
baues, 54 km von der Hauptlinie Belgrad-Nisch gegen Westen, in 
einem Hügel angetroffen wurden. Die Schicht hat eine Dicke von 
0,30—2 m. In ihr lagen Klumpen von Hüttenlehm, Topfscherben, 
Knochen, Steinwerkzeuge, Thonstatuetten und dergl. Darunter stiess 
man auf die Feuerstellen mit Mahlsteinen und Herdsteinen. Wir 
haben also hier eine Wohnstätte der jüngeren Neolithik aus dem 
Gebiete der Morawa, des alten Margus, der Moesia superior, jetzt 
Serbien, durchfloss. — Die Fundstücke sind im Nationalmuseum zu 
Belgrad untergebracht. 
Unter ihnen ziehen die Aufmerksamkeit der Archäologen be 
sonders auf sich die Reste kleiner, gebrannter Thonstatuetten. 
Während Butmir in Bosnien nur 72 Thonstatuetten geliefert hat, 
sind von Jablaniza bisher 83 Stück bekannt und meist hier abgebildet. 
Der Yerf. scheidet hier diese primitiven Skulptur werke in solche 
mit Yogelgesichtstypen und menschlichem Gesicht. Eine 
dritte Gruppe, rohe Idole, gehören zu keiner von beiden Klassen 
(Fig. 1—4). Diese Thonbilder geben meist weibliche Figuren wieder, 
wobei einzelne ausgeprägte Steatopygie aufweisen. Die Idole er 
innern an ähnliche von Troja und Mykenae, besonders die mit dem 
Yogelkopf, die Schliemann der Athene glaukopis zugeschrieben hat. 
Aus Stein sind mehrere Tiergestalten dargestellt, so Vogel und Rind. 
— Spuren von Kleidung, besonders von Schürzen, lassen die Frauen 
figuren mit denen von Butmir übereinstimmen, ebenso gehören die 
Fundstellen von Tordos, Cucuteni und andere im südlichen Ungarn 
hierher. — Auch die Caroussels aus Thon stimmen mit den Tro 
janischen überein, ebenso Wurfkugeln aus Thon, die man in Jabla 
niza und Hissarlik in grosser Anzahl gefunden hat. 
Die Keramik stimmt in Gestalt — halbkugelige, rohe Töpfe, 
vielfach mit Warzen —, Technik (roher Brand), Henkelbildung 
(hierunter auch eine kyprische Form, Fig. 125) und besonders im 
Ornament, das aus eingefurchten parallelen und spiralischen Linien, 
Winkelbändern mit Grübchen, mit weissen Pasten ausgefüllten Punkten 
besteht, mit den Erscheinungen der Spiralkeramik und der jüngeren 
Winkelbandkeramik überein, wie sich solche auch in Mittelrheinland 
bemerkbar macht. Einzelne Fundstücke, so Fig. 128, 129, 130, 131, 
könnten gerade so gut Grabfeldern und Wohnstellen aus der Gegend 
von Worms oder Dürkheim entstammen. Zunächst jedoch stehen 
diese Formen in Verbindung mit Butmir, wo die Spirale als Relief 
auftritt, Bos-öjük und Troja. — Ob übrigens die Drehscheibe 
in Jablaniza erwiesen ist, muss nach den vorliegenden Abbildungen 
noch bezweifelt werden. — Einen Fortschritt stellte jedenfalls gegen 
über den kleinasiatischen, nördlichen und westlichen Fundstellen
        

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