Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Anthropologie. 
123,9 gr, des Ernährungszustandes auf 151,5 gr, und endlich der Muskel 
entwicklung auf 231,7 gr. 
9. Mit der Zunahme der Schädelmaasse, d. h. der Schädellänge und 
-Breite, geht auch eine Zunahme des Hirngewichtes einher, sowohl bei 
Geistesgesunden, wie bei Geisteskranken; die Schädelbreite ist jedoch für 
das Hirngewicht von grösserer Bedeutung. 
10. Was das Verhältnis des Hirngewichtes zur Schädelform betrifft, 
so scheinen die Mittelformen mit einem höheren Gewichte verknüpft zu sein. 
11. Über die Rassenverschiedenheiten hinsichtlich des Hirngewichtes 
liegen noch allzu unvollkommene Beobachtungen vor, sodass weitere Schlüsse 
noch nicht möglich sind. 
12. Die dem Tode vorausgegangenen Krankheiten, sowie die Todesart 
beeinflussen das Hirngewicht nicht unbedeutend. So z. B. üben die tuber 
kulösen Erkrankungen, die Sepsis und die übrigen, zumeist chronischen 
Erkrankungen, die mit einer Abmagerung des Körpers einhergehen, auf 
dasselbe einen verderblichen Einfluss aus. Natürlich muss man bei Beur 
teilung dieser Fälle auch die Körpergrösse, Konstitution, Beschäftigung etc. 
in Betracht ziehen. Br. Buschan-Stettin. 
11. F. Marchand: Über das Hirngewicht des Menschen. Abhandlg. 
d. mathem.-phys. CI. d. Kgl. Sächsischen Gesellschaft d. 
Wissenschaften, 1902. Bd. XXVII, Nr. IV, S. 393—482. 
Leipzig, B. G. Teubner in Conim. 
Während der Jahre 1885—1900 hat Verf. im patholog. Institut zu 
Marburg, also im wesentlichen an der hessischen Bevölkerung, im ganzen 
1173 Hirnwägungen (716 457 9)? vorgenommen; davon waren 707 
erwachsene Individuen und 466 unter 20 Jahren. 
Das Hirngewicht des Neugeborenen (allerdings nur 10 Fälle) belief 
sich für die Knaben auf 371, für die Mädchen auf 361 gr. Das anfängliche 
Hirn gewicht verdoppelt sich im Laufe der ersten dreiviertel Jahre; noch 
vor Ablauf des 3. Lebensjahres verdreifacht es sich. Von dann an erfolgt 
die Zunahme immer langsamer, und zwar bleibt sie beim weiblichen Geschlecht 
hinter dem männlichen zurück. Nach dem 15. Jahre ist die Zunahme des 
Hirngewichtes nur noch eine geringe. Die endgültige Grösse dürfte beim 
Manne mit 19 — 20, beim Weibe mit 16—18 Jahren erreicht sein, jedoch 
ist nicht ausgeschlossen, dass gerade, so wie beim Körperwachstum, bei 
einer Reihe Individuen diese Grenze früher, bei anderen etwas später erreicht 
wird. Für den ausgewachsenen Mann der hessischen Bevölkerung (15 bis 
50 Jahren) stellte sich das Durchschnittsgewicht auf 1400 gr, für das aus 
gewachsene Weib auf 1275 gr; mit Hinzurechnung älterer Lebensalter (bis 
über 80 Jahr) betrugen diese Werte 1388 und 1252 gr. — 84°/ 0 aller 
erwachsenen Männer (von 15 bis über 80 Jahre) wiesen ein Hirngewicht
        

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