Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
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222. V. Buchtela: Kultura knovizská (Die Kultur von Knovize 
— Mittel-Böhmen). Pravék. 1903, Bd. I, S. 2. 
In einigen prähistorischen Ansiedelungen Mittelböhmens (Knovize, 
Plañan, Píemyslení, Slupy und Baumgarten bei Prag), sowie in Gräbern 
(Branik, Lieben, Dablic, Kbel, Gr. Cicovic) tritt eine eigenartige Kultur 
auf, für die Etagengefässe, doppelt abgestutzt kegelförmige Gefässe mit 
scharfer Mittelkante, Ornamentierung mittelst Kannelierung, Riefung, Linien- 
und Dreieckszeichnung, kantige Henkel, Bronzen vom Lausitzer Typus 
(Lunulae, Armbänder mit spiral eingedrehten Enden, Gussformen) charakte 
ristisch sind. Yon Y. Schmidt wird sie in die Zeit der jüngeren Hocker 
gräber, von Smolik in die der jüngeren Hallstattperiode verlegt. Verf. er 
klärt ihr Entstehen durch Übernahme der allmählich vordringenden Lausitzer 
Urnenfelderkultur von Seiten der älteren Einwohner Böhmens (Hocker). 
Von der schlesischen Kultur wurde sie weniger beeinflusst, entwickelte sich 
jedoch durch Aufnahme von Hallstätter Elementen schnell in die Kultur 
form von Bylan, während an den nordöstlichen Grenzen Böhmens die Lausitzer 
Kultur schnell und gründlich der schlesischen Platz machte. 
Dr. H. Matiegka-Prag. 
223. L. Snajdr: Médéné sekyrky etc. (Kupferbeile aus d. König- 
grätzer Bezirk — N.O-Böhmen). Pravék 1903. Bd. I, S. 4. 
Mit 1 Taf., 1 Karte. 
Beschreibung von 3 Kupferbeilen mit Schaftloch, 2 davon mit doppel 
seitigen, senkrecht zu einander gestellten Schneiden; dergleichen werden 2 
aus Mähren angeführt neben 6 anderen Kupferbeilen. Yerf. citiert weiter 
die Goldfunde (14) und die Bronzedepots im Königgrätzer Bezirke und 
er läutert an einer Fundkarte den Verlauf einer prähistorischen Verkehrs 
strasse aus dem an Gold und Kupfer reichen Ungarn über Mähren und 
den Königgrätzer Bezirk Böhmens nach Mittel- und Unterschlesien und 
Leiter an die Baltischen Gestade. Dr. H. Matiegka-Prag. 
224. J. L. Cervinka: Morava za provéku (Mähren zur Urzeit). 
Brünn 1902. 368 SS. 52 Taf., 4 Karten. 
Eine verdienstvolle und auch gelungene Arbeit, nämlich eine syste 
matische Verarbeitung der bisherigen prähistorischen Forschungsresultate in 
Mähren. Der Einleitung sind die Geschichte des prähistorischen Studiums in 
Mähren, Verzeichnis der Museen, Privatsammlungen und der Litteratur an- 
b r eschlossen. Die Funde sind nach einzelnen Perioden und Kulturen ge- 
°rdnet, derart, dass die allgemeine Schilderung durch Aufzählung der Fund- 
0rte mit kurzer Beschreibung und Litteraturangabe belegt ist; hierdurch 
l5 S insofern betreffs Einreihung oder Datierung einzelner Funde abweichende
        

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