Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
In der Specialbeschreibung wäre es sehr nützlich gewesen, wenn Hr. 
Schmidt bei jedem von ihm behandelten Gegenstände die Nummern der in 
Betracht kommenden Gräber genannt hätte. 
Die litterarischen, sowie die Hinweise auf Parallelstücke in andern 
Sammlungen sind viel zu allgemein gehalten. Heinrich Kernke - Königsberg. 
y) Österreich. 
220- M. Much: Prähistorischer Bergbau in den Alpen. Zeitschrift 
d. deutschen u. österreichischen Alpenvereines, 1902, S 1 ff. 
Verfasser ist zur Darstellung dieser Materie besonders berufen, da er 
nicht nur ein genauer Kenner der prähistorischen Funde in den Ostalpen 
ist, sondern sich auch grosse Verdienste um die Erforschung des vorge 
schichtlichen Kupferbergwerkes auf dem Mitterberge bei Bischofshofen er 
worben hat. Er kommt zu dem Ergebnisse, dass die Menschen in den 
Alpen im Gegensätze zu anderen Gebirgen schon sehr frühzeitig eingezogen 
seien, um die Schätze der Berge zu gewinnen. Beweise dafür sind die 
neolithischen Funde von Hallstatt und Hammerau bei Reichenhall, ferner 
die Werkstätte für Stein Werkzeuge auf dem Götschenberge bei Bischofshofen. 
Später wurden neben einigen Salzlagern auch die Kupferlager auf der Mitter- 
bergalpe und der Kelchalpe bei Kitzbüchel ausgebeutet. Im Jahrtausend 
vor Christo wurde auch Eisen gewonnen, und zwar in solcher Güte, dass 
das norische Eisen einen grossen Ruf erlangte. In Kärnten wurde auf Blei 
gegraben, und dieses zur Verzierung von Thongefässen verwendet. 
Zum Schluss fordert der Verfasser die Besucher der Alpen auf, ihre 
Aufmerksamkeit den Spuren vorgeschichtlichen Bergbaues zuzuwenden und 
durch neue Beobachtungen die Lücken unserer Erkenntnis ausfüllen zu helfen. 
Die klar und übersichtlich geschriebene Studie orientiert trefflich über 
die einschlägigen Fragen. Ihr Wert wird erhöht durch eine grosse Anzahl 
guter Abbildungen. £)r. Gustav Kraitschek-Landskron. 
221. J. L. Cervinka: Pravek (Urgeschichte). I. 1903. Ung. 
Hradischt, (Mähren). 
Unter diesem Titel beginnt der tüchtige mährische Archäologe J. L. 
Cervinka ein „Centralblatt für Prähistorie und Anthropologie der böhmischen 
Länder“ in 2 monatlichen Heften mit den nötigen Illustrationen herauszu 
geben, nachdem die bisher erscheinenden mährischen Musealblätter bei ihrem 
weiten Programme die Verarbeitung des hier zu Lande sehr reichlichen 
prähistorischen Materials nicht bewältigen. Die wichtigeren Aufsätze werden 
in diesem Blatte Berücksichtigung linden. I)r. Matiegka-Prag.
        

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