Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

ß. Referate. Urgeschichte. 
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der beiden ältesten Interglacialzeiten fallen, das Moustérien, desgleichen die 
Lössfunde im Eisass, sowie die Mammutjäger-Funde in Niederösterreich und 
Mähren der Riss-Würm-Interglacialzeit entsprechen und das Magdalénien 
dem Bühlstadium parallel zu setzen sein. Die von de Mortillet unter 
schiedenen paläolithischen Epochen, welche er als bestimmte Entwicklungs 
phasen in der Herstellung und im Gebrauch von Steinwerkzeugen hinstellt, 
entsprechen also bestimmten Abschnitten der Erdgeschichte. — Da wir für 
den präglacialen Menschen in Europa keine sichere Spur besitzen, können 
wir das Alter des Menschengeschlechtes mit einiger Wahrscheinlichkeit hier 
auf ein paar hunderttausend Jahre veranschlagen. Das Neolithikum datiert 
Verf. auf etwa 7 000 bis höchstens 10000 Jahre zurück. Der Hiatus 
zwischen älterer und jüngerer Steinzeit, d. h. zwischen Bühl- und Daun 
stadium, würde nach des Yerfs. Berechnung auf 10000 bis höchstens 20000 
Jahre zu berechnen sein; übrigens beginnt derselbe, wie bekannt, sich durch 
neuere Entdeckungen schon allmählich zu schliessen. Unter solchen Um 
ständen ist Yerf. auch nicht der Annahme abgeneigt, dass die Neolithiker 
kein zugewandertes Yolk gewesen sein, sondern sich aus den Paläolithikern 
■entwickelt haben mögen. Bxischan-Stettin. 
216. Josef Szombathy: Die Markhöhle in den langen Knochen 
von Elephas primigenius. Mitteil. d. Anthropol. Gesellschaft 
in Wien, 1901. Bd. XXXI, Sitzgsber., S. 74. 
Zwischen Makowsky und Szombathy dreht sich schon seit einiger Zeit 
der Streit um die Frage, ob die in den mit abgeschlagenen Enden aufge 
fundenen Mammutoberarmknochen der Brünner Diluvialfunde (Wranamühle) 
vorhandenen viereckigen Höhlungen die natürliche Markhöhle vorstellen oder 
künstlich durch Menschenhand erzeugt worden sind. Nachdem Szombathy 
bereits an recenten Elephantenhumeri den Nachweis erbracht hatte, dass 
diese Tiere eine derartige Markhöhle besitzen, zeigt er von neuem an vier 
frisch durchsägten intakten Röhrenknochen des Elephas primigenius, darunter 
auch einem Oberarmknochen eines noch nicht ausgewachsenen Tieres, sowie 
an zwei Humeri eines ausgewachsenen Elephas indicus, dass diese eine 
wirkliche Markhöhle von entsprechender Geräumigkeit besitzen, wobei er 
seine Ausführungen durch 7 wohlgelungene Abbildungen der betreffenden 
Durchschnitte unterstützt. An dem diluvialen Humerus „fällt vor allem 
die Gestalt der Markhöhle und deren inniger Zusammenhang mit der Struktur 
der Spongiosa auf. Der Querschnitt der Markhöhle bildet ein nahezu quadra 
tisches Viereck, dessen Seiten 3—3,4 cm lang sind. Die Markhöhle ist 
auf allen Seiten von spongiösem Knochengewebe umgeben .. .“ Nach Prüfung 
des vorliegenden Materials glaubt sich Yerf. in seinem früheren Urteil be 
stärkt, „dass die Mammutknochen von der Wranamühle bei Brünn weder 
v om diluvialen Menschen glatt ausgekratzt, noch durch das Einstossen eines
        

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