Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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ß. Referate. Ethnologie. 
dem Pueblo Awatobi herübergenommenes Pest (das kleine Mamzrauti-Fest). 
Weiter schildert er das Winterfest der Sonnen-Priesterschaft der Hopi, bei 
welchem die Winter-Gebetstöcke angefertigt werden, den Büffel-Tanz (Mucaiasti, 
der Büffel lebte in historischer Zeit nicht auf den dürren Hochflächen am 
Arizona; seine Kenntnis ist wohl von anderen Stämmen zu den Hopi ge 
tragen worden), und schliesslich einen Kindertanz, der einen Katcina-Tanz 
der Erwachsenen nachahmt. p r of. Emil Schmidt-Jena. 
206. Alice C. Fletcher: Star cult among the Pawnee. — A pre- 
liminary report. American Anthropologist. N. S. 1902. 
Yol. IY, S. 730 ff. 
Die Pawnee (Pani) sind jetzt in 4 „Banden“ geteilt und von diesen 
bestand wieder die Skidi-Bande aus einer Anzahl von Dörfern, von denen 
jedes seine besonderen heiligen symbolischen Gegenstände besass, die in 
Packen oder Schreinen verwahrt und mit eigenartigen Ceremonien verehrt 
wurden. Die heiligen Dinge, wie die damit verbundenen Ceremonien wurden 
den einzelnen Dörfern von bestimmten Sternen übergeben, nach denen der 
betreffende Schrein und sein Dorf benannt sind, und die Lage der Dörfer 
ist so angeordnet, dass sie ein Abbild der Stellung derselben Sterne am 
Himmel ist. Alice Fletcher beschreibt diese Stellung, sowie die Ceremonien 
bei der Feier der Sterne; die Vorstellung der Welt spiegelt sich sogar in 
der Konstruktion der Erdhütten wider, bei denen der runde Boden die Erde, 
das Gewölbe den Himmel und die 4 Stützpfähle des Daches die vier Sterne 
der Hauptdörfer symbolisieren. Pro/’. Emil Schmidt-Jena. 
207. George A. Dorsey: The Dwamish Indian spirit boat and its 
use. Free Museum of Science and art. University of Pennsyl 
vania, 1902. Bull., Yol. III, Nr. 4, S. 227—238. 
Bericht über eine interessante Medizin-Ceremonie der Dwamish am 
Cedar-River, Washington Terr, bei der ein Geisterboot zur Anwendung kommt. 
Die dazu gehörigen Paraphernalien bestehen aus sechs eigentümlich geformten, 
mit mystischen Zeichen bemalten Brettern, aus denen das „Boot“ gebildet 
wird, zwei rohen Holzidolen, die darin fahren und einigen Stangen, die als 
Ruder dienen. Sämtliche Gegenstände sind in zwei Serien für die Museen 
in Philadelphia und Chicago erworben worden. Die Ceremonie selbst ist 
nur aus Beschreibungen bekannt. Kann ein Kranker trotz aller Mittel nicht 
genesen, so nimmt man an, dass seine Seele ihn verlassen habe. Im Sommer 
schweift sie auf der Erde herum und kann von einem geschickten Schamanen 
wieder eingefangen werden, im Winter dagegen geht sie ins Totenreich, von 
dessen Annehmlichkeiten sie sich nicht trennen kann. Es bedarf also einer 
besonderen Reise der Schamanen dorthin, die nur mittels des Geisterschiffes 
ausgeführt werden kann. In der Ceremonienhütte werden die Bretter in
        

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