Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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198. Buntaro Adachi: Syphilis in der Steinzeit in Japan. Archiv 
für Dermatologie und Syphilis, 1903. Bd. LXIY, Heft 1, 
S. 1—4. 
Riuken-Gakudzin (1895) lässt, auf umfangreichem japanischen und 
chinesischen Quellenstudium fussend, die Syphilis, wie schon andere, ältere 
japanische Autoren glaubten, erst in dem 16. Jahrhundert aus dem Abend 
lande in Japan eingeschleppt worden sein. In dem anthropologischen Museum 
zu Tokio nun fand Yerf. unter den Knochenresten eines steinzeitlichen 
Kjoekkenmöddinger bei dem Dorfe Katsushika (Provinz Shimoosa), dessen 
Alter auf mehr als 3000 Jahre geschätzt wird, eine menschliche Tibia, die 
eine Knochenverdickung aufweist, welche Yerf. für syphilitischen Ursprunges 
hält. Der Krankheitsherd sitzt im mittleren Drittel und kennzeichnet sich 
in einer Yerdickung und in einer Knochenbrücke zu der ebenfalls ver 
dickten Fibula. Die Knochensubstanz ist hart, die Fläche weiss, rauh und 
Uneben mit vielen kleinen dornförmigen oder leistenartigen Fortsätzen und 
vielen, verschieden grossen, senkrecht in die Tiefe führenden Gefässkanälchen 
y nd einigen seichten Gefässfurchen versehen. — Ob diese Entzündungser 
scheinungen gerade auf Syphilis bezogen werden müssen, erscheint dem 
Referenten zweifelhaft. Br. Buschan-Stettin. 
199. Ch. S. Myers: The visual aeuity of the natives of Sarawak. 
Journal of Physiology, 1902. Yol. XXVIII. 
Die Ergebnisse des Verfassers wurden an 32 Individuen gewonnen 
Und ergaben als deren mittlere Sehschärfe 7,5 / r> oder etwa anderthalb „nor 
male Sehschärfe“. Die Untersuchungen von Rivers in der Torres-Strasse 
ergaben dagegen 10 ’ 6 / 5 , wobei 4 von 115 Murray-Insulanern eine mehr als 
dreifache „normale Sehschärfe“ aufwiesen. Auch wenn man die wechselnde 
Beleuchtung und andere Äusserlichkeiten in Rechnung zieht, ist die Seh 
schärfe in Sarawak erheblich geringer als bei den Papuas. 24 Erwachsene 
v °n Sarawak unter 36 Jahren ergaben als Sehschärfe 9 / 5 , gleichalterige 
Mabuiag-Leute dagegen l3 / 5 . Unter Berücksichtigung anderweitiger Unter 
suchungen scheint es dem Yerf. wahrscheinlich, dass die Sehschärfe der 
Afrikaner, Australier, Papuas grösser ist als die der Mongolen, Malaien, 
Polynesier, Europäer. G. Thilenius-Breslau. 
200. Waldemar Bogoros: The folklore of northeastern Asia, as 
compared with tliat of northwestern America. American 
Anthropologist. N. S. 1902. Vol. IV, S. 577 if. 
Bogoros hat etwa 500 Märchen und Erzählungen unter den Stämmen 
Äordost Sibiriens gesammelt, und er untersucht, wieviele davon bei einzelnen 
Stämmen diesseits und jenseits der Beringstrasse Vorkommen. Ähnlich oder
        

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