Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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196. Maurice Fishberg: Physical anthropology of the Jews. I. 
— The cephalic index. American Anthropologist. N. S. 1902. 
Vol. IV, S. 684 ff. 
Ob die Juden eine einheitliche Rasse bilden oder nicht, darüber gehen 
die Meinungen weit auseinander. Fishberg, der in diesem Aufsatz nur den 
Kopfindex der Juden behandelt und sich die Besprechung der anderen Merk 
male für später vorbehält, hat die Messungen von 14 Autoren, die 15 Gruppen 
von Juden der verschiedensten Länder (2373 Individuen) betreffen, zusammen 
gestellt, und es ergiebt sich daraus eine überraschende Homogenität. Bei fast 
allen europäischen Judengruppen bewegt sich der Kopfindex zwischen 81,5 
und 83 und eine grosse Seltenheit der Dolichocephalie (1%—7,3 °/ 0 )* Mehr 
als 60% der Individualbeobachtung hatten einen über 80 hinausgehenden 
Kopfindex. Damit stimmt auch eine Beobachtungsreihe, die Fishberg in New- 
York an Juden (meist europäischer Provenienz) aufnahm: bei 500 männlichen 
Individuen betrug das arithmetische Mittel des Kopfindex 82,12 (Min. 73,6, 
Max. 94,8). Die graphische Kurve der Verteilung ist einheitlich und sehr 
steil. Mehr als 80 % der Einzelfälle liegen innerhalb einer Iudexbreite 
von 7 Einheiten (zwischen 78 und 85), 70% innerhalb 5 Einheiten und 
50% innerhalb der Einheiten. Weniger homogen erscheint auffallender 
Weise die Kurve bei den Jüdinnen, von denen nur eine kleinere Beob 
achtungsreiche (215 Köpfe) vorlag. Ihr Mittel stimmt jedoch mit dem der 
männlichen Reihe fast genau überein (83). Die Kurve hat 2 Scheitel (bei 
81 und bei 84), was sich wohl aus der relativen Kleinheit der Reihe er 
klärt. Eine zum Vergleich angefertigte Kurve von 215 in Russland ge 
messenen Jüdinnen zeigt ebenfalls eine geringere Homogenität als jene Männer 
kurve. Jedenfalls verdient diese Beobachtung weitere Berücksichtigung bei 
neuen Aufnahmen. — Aus jenen Kurven lässt sich nicht auf stärkere Rassen 
mischung schliessen. Auffallend ist nun, dass alle anderen sog. semitischen 
Völker, die Syrer, Araber, Abyssinier etc. hochgradige Dolichocephalen sind 
(74—77). Wie erklärt sich dem gegenüber die starke Brachycephalie der 
heutigen Juden? Eine Antwort ist auf Grund des Kopfindex kaum zu 
geben und es ist dafür nötig, auch die übrigen Körpermerkmale zu berück 
sichtigen, was Verf. in weiteren Aufsätzen, zunächst in Betreff der Pigmen 
tierung, thun will. Prof. Emil Schmidt-Jena. 
197. C. H. Stratz: Die Körperformen in Kunst und Leben der 
Japaner. Mit 112 in den Text gedruckten Abbildungen und 
4 farbigen Tafeln. Stuttgart Ferd. Enke. 
In Verfolg seiner Studien über die Schönheit des Weibes sucht Verf. 
lm vorliegenden Werke die Auffassung des nackten Menschen bei den Japanern 
vom naturwissenschaftlichen, socialen und künstlerischen Standpunkte fest- 
z ulegeu.
        

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