Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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1. Die Häufigkeit der Untermittelmaasse steht zur Häufigkeit der Über- 
mittelmaasse wie 3:7. 
2. In den nördlichen Gebieten (Gouv. Estland) ist dieses Verhältnis 
wie 1 : 3, in den südlichen Gebieten =1:2; doch das hochwüchsige Ele 
ment ist unter den Nordesten um nicht weniger als */3 häufiger als unter 
den Südesten. 
3. Die Esten gehören im allgemeinen zu den hochwüchsigen Volks 
stämmen. 
In den Schlussbemerkungen sagt der Verfasser, dass sich aus seiner 
Tabelle I die durchschnittliche oder mittlere Körpergrösse hätte herausrechnen 
lassen — er hat es aber unterlassen, weil er nicht glaubte, dass der Wissen 
schaft daraus ein grosser Nutzen erwächst. — Ich meine aber doch, dass 
cs nicht ganz unzweckmässig ist, Mittelzahlen und Mittelwerte zu berechnen. 
Es ist gewiss zweifellos, dass die einfachen Mittelmaasse nicht die Be 
deutung haben, die ihnen früher beigelegt wurde, denn wir haben unter An 
wendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung die Möglichkeit eines Wahrschein 
lichkeits-Koeffizienten zu berechnen und damit erhalten die Mittelzahlen 
ihren eigentlichen Wert. 
Auf einen Vergleich seiner Zahlenergebnisse mit denen anderer Forscher 
(Grube z. ß.) ist der Verfasser nicht eingegangen. L. Stieda-Königsberg. 
185. M. Zaborowskie: Siowianie pod wzgl^dem rasy i ich pocz^lek 
(Les Slaves de races et leurs origines). Wisla 1902. 
Bd. XVI, S. 209 ff., 534 ff und 649 ff. 
186. J. Taiko-Hryncewicz: Siöw par§ ze stanowiska antropologji 
w kwestji pochodzenia Siowian (Einige Bemerkungen vom 
Standpunkte der Anthropologie über die Herkunft der Slaven). 
Ebendaselbst S. 754 ff. 
187. E. Majewski: Z powodu rozpraw antropologöw giermariskich 
na temat dziejöw przedhist. siow.-gierm. (Die Anschauungen 
der germ. Anthropologen über die slav.-germ. Vorgeschichte). 
Ebendas., S. 547 ff. 
188. Derselbe: Prahistoria ziemi Obodrytöw (Die Vorgeschichte 
des Landes der Öbotriten). Swiatowit 1902. Bd. 4, S. 206 ff. 
Die Studie Zaborowskis ist eine der vielen neueren Arbeiten, welche 
über den Ursprung und die Verbreitung der Slaven ganz neue, freilich aber 
mcht immer sichere Ergebnisse bieten. Die Anschauungen Zaborowskis 
lassen sich ungefähr folgendermaassen zusammenfassen. Die Nordslaven sind 
aus jenen Gegenden gekommen, welche noch gegenwärtig von den Südslaven 
bewohnt werden (zwischen Donau und Adria). Ihre Vorfahren waren ver- 
Intsrn. Centralblatt für Anthropologie. 1903. 
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