Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Ethnologie. 
Die Untersuchung des Rauminhaltes in Yergleichung mit dem 
Längen-Höhenindex lieferte bei Bolk keine deutlichen Ergebnisse, und 
seine Erklärung (S. 176 ff.) klingt durchaus annehmbar. Der Wert der 
Bolkschen Arbeit liegt nicht sowohl in den Ergebnissen, die sie enthält, als 
in den mannigfachen Anregungen, die sie giebt, und in der Berichtigung 
mancher Irrtümer über anthropologische Grundbegriffe. In dieser Hinsicht 
bleibt noch manches zu thun übrig. Otto Ammon-Karlsruhe. 
178. A. Waldenburg: Das isocephale blonde Rassenelement unter 
Halligfriesen und jüdischen Taubstummen. Berlin, S. Calvary 
& Co., 1902. 46 S. — Mk. 2. 
Verf. hat drei Gruppen von Juden cepbalometrisch und genealogisch 
untersucht: I. sämtliche 41 Taubstumme der Anstalt Weissensee, aus ganz 
Deutschland dort vereinigt (IT) und von 17 von diesen die 52 vollsinnigen 
Anverwandten (IA). II. 34 J. aus einem kleinen isolierten Inzuchtherd 
Norddeutschlands, die wenig Taubstumme, indes viele Nervenkranke auf 
weisen. III. 24 aus körperlich und intellektuell hochbegabten Berliner 
Eamilien, vollkommen frei von Taubheit und Taubstummheit. Er findet 
Dolichocephalie, die in Gruppe II mit 14,7 %, in III mit 12,5 °/ 0 auftritt, 
unter IA 3,8 %, unter IT 2,4%. Die Mesocephalen halten sich einiger- 
maassen in IA, II und III die Wage (23,1—29,4°/ 0 ), während IT nur 14,3°/ 0 
Mesocephalen aufweist. Die einfache Brachycephalie (82—86,9 Index) zeigt 
in allen 4 Gruppen annähernd gleiche Werte (42,3—50,0 °/ 0 ). Aber nun 
beginnt die wichtige Abweichung: Hyperbrachycephalie (87—91,9) bei TI 
und III in 8,8°/ 0 bezw. 8,3°/ 0 gegen 28,9°/ 0 bei IA und 28,6°/ 0 bei IT; 
Isocephalie (92 —100) bei II und III 0 °/ 0 ; bei IA in 1,9 °/ 0 und IT in 
9,5%. Diese Zahlen besagen, dass die extremen Grade der Brachycephalie 
ein Vorrecht der taubstummen Juden und deren Verwandten sind. Diese 
isocephalen Taubstummen waren sämtlich blond. Um die Bedeutung dieser 
Eigenschaften zu messen, suchte Verf. zum Vergleich mit der jüdischen 
eine andere Rasse, er dachte dieselbe in der bisher als reingermanisch 
geltenden Rasse Nordfrieslands zu finden, und zwar auf den Halliginseln, 
Osterland-Föhr, Westerland-Föhr und Amrum. Aber er fand dort, ähnlich 
wie Virchow in Ostfriesland, nicht den blonden dolichocephalen Germanen 
typus; im Gegenteil, auf den Halligen fand er denselben garnicht, auf Föhr 
nur 3% Langschädel und überdies mit braunem Haar. Für die Halligen 
ergaben sich folgende Prozentsätze: Dolichoceph. 0%; Mesoceph. 12,33%; 
Brachyceph. 45,20%; Hyperbrachyceph. 35,62%; Isoceph. 6,85%; dabei 
zeigte sich in jeder Halligfamilie mindestens einer der extrem Brachycephalen. 
In Nieblum auf Föhr waren unter 70 Kindern Dolichoceph. 3,0%; Meso 
ceph. 23,9%; Brachyceph. 32,8%; Hyperbrachyceph. 26,9%; Isoceph. 
13,4%. Diese nordfriesische Bevölkerung zeigte sich nun auf Grund der
        

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