Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Anthropologie. 
Jedenfalls sind solche progressiven Bildungen an menschlichen Back 
zähnen recht auffallend. (Das interessante Vorkommen von labial gelegenen 
Höckern und Abspaltungen an Backzähnen hat wieder mehr entwicklungs 
geschichtliches Interesse — prälakteale Dentition — und wird für die Kon- 
krescenztheorie ins Feld geführt.) Br. Eugen Fischer-Freiburg i. B. 
159. C. G- Seligmann: A note on albinism, with especial refe- 
rence to its racial charaeteristics among Meianesians and 
Polynesians. The Lancet (London) 1902, Voi. CLXIII, 
Nr. 4125, S. 803—805. 
Zusammenstellung der eigenen und fremden Beobachtungen von Albi 
nismus unter den schwarzen Rassen Australiens und der Südsee (Neusee 
land, Neu-Guinea, Neu-Hebriden, Depeyter Island etc.). Die Hautfarbe 
dieser Leute schwankt von blassrosa bis zum „Café au lait“, gelegentlich 
finden sich auch dunklere Flecke über die Körperoberfläche zerstreut. Das 
Haar, auch das des Bartes und der Achselhöhle, ist mehr oder weniger 
flachsfarben, die Augen lichtblau, grau bis braun. Die Sehschärfe erwies 
sich als normal oder annähernd normal. Photophobie war zumeist nicht 
ausgeprägt, Nystagmus oder sonstige ruckweise Bewegungen der Augäpfel 
wurden nicht beobachtet. Die betreffenden Individuen pflegten geistig träge 
und weniger beweglich zu sein. Bemerkenswert ist das Auftreten von Albi 
nismus in bestimmten Familien oder Familiengruppen; öfters ist es auch 
erblich. Verf. führt einen Stammbaum aus Yam (Torres Straits) vor, in 
dem der Albinismus drei Generationen hindurch nachweisbar war. — Par 
tieller Albinismus ist unter den Schwarzen selten, während Leucoderma 
auf Neu-Guinea, Torres Straits und anderen Inseln ungemein verbreitet ist. 
Diagnostisch kommt für letzteres Leiden im Gegensatz zu partiellem Albi 
nismus in Betracht, dass es erst im vorgerückterem Alter auftritt, und 
meist symmetrisch. Einige Abbildungen sind der Arbeit beigegeben. 
Fr. Buschan-Stettin. 
160. Kluge: Männliches und weibliches Denken. Halle, Marhold, 
1902. 
Nach Kluge ist das Weib äusserlich, unbeständig, gemütvoll, aber von 
geringerer Gemütstiefe, besitzt die Sucht aufzufallen; sein Denken ist ein 
„minderwertiges“. Kl. schwimmt also ganz in Möbiusschen Anschauungen, 
sucht dieselbe aber in geistreicher Weise physiologisch zu begründen durch 
den stärker ausgebildeten Muskelsinn des Mannes. 
Wie der Uranfang alles Empfindens aus Bewegung entstand, so ist 
unser gesamtes Vorstellen im Grunde an Bewegungsvorstellungen gebunden; 
der Mensch denkt mit Bewegungsvorstellungen; diese sind wie die Bewegungs 
empfindungen im Gehirn centralisiert. Das Weib denkt infolge seiner Ver-
        

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