Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

A. Originalarbeit. — B. Referate. Anthropologie. 
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und aus Mitteleuropa kam. In der Epoche der Grossfürstentümer 
gab es in den Grenzen Kusslands grosse und reiche Märkte: Korsun, 
Boigary, Itil, Kaffa, Kiew u. a. Die gefundenen Schätze wertvoller 
Gegenstände aus dem 12. und 13. Jahrhundert weisen auf eine ver 
hältnismässig hohe Entwickelung der Kunstindustrie hin, die schon 
ihre russischen Meister gehabt zu haben scheint. Die tatarische 
Eroberung erschwerte die Handelsbeziehungen mit dem Osten und 
mit Byzanz, aber hob sie nicht auf. Bei den kürzlichen Ausgrabungen 
im Kreml zu Moskau (zur Aufstellung des Denkmals Alexanders III.) 
sind Bruchstücke verschiedener Erzeugnisse des Orients aus dem 
14. und 15. Jahrhundert gefunden worden, z. B. arabisch-ägyptische 
Glassachen mit emailliertem und vergoldetem Ornament, persisches 
Porzellan, Gefässe von Saraischem Typus u. s. w., was alles auf 
die Fortdauer eines Austausches mit dem Orient hin weist. 
B. Referate. 
I. Anthropologie. 
154. Richard Weinberg: Zur Methode der Untersuchung der 
Kapazität des menschlichen Schädels. Russische Protokolle 
der Naturforscher-Gesellschaft der K. Universität Jurjew, 
1902. Bd. XIII, Heft 1, S. 173-191. 
Verfasser hat die betreffende Methode sehr kurz beschrieben in den 
deutschen Sitzungsberichten der Gelehrten-Gesellschaft zu Dorpat am 6. Marz 
1896; ferner ist die Methode in Kürze mitgeteilt in einer Dorp ater Disser 
tation (J. Jürgens, Über die Schädel der Dom-Ruine in .lurjew (Dorpat) 
1896). In der oben zitierten Abhandlung schildert er das Verfahren aus 
führlich in russischer Sprache. Das wesentliche besteht darin, dass der 
Verfasser zur Messung des Schädelraums künstlichen Sago benutzt. Er 
hndet in der Anwendung des künstlichen Sagos gegenüber dem sonst ge 
brauchten Schrot den Vorteil, dass der Sago sehr leicht ist, und daher auch 
1;j ei etwas zerbrechlichen Schädeln benutzt werden kann. Ferner ist zu be 
tonen, dass die Kerne des künstlich aus Kartoffel-Stärkemehl hergestellten 
8a gos sich durch ihre grosse Regelmässigkeit auszeichnen. 
Verfasser verwirft die von v. Luschan in Moskau (1897) bei Ge 
igen heit des internationalen medizinischen Kongresses vorgeführte Methode 
mittelst, einer Kautschukblase den Schädelraum zu füllen, vollständig; dabei
        

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