Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

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B. Referate. Urgeschichte. 
152. A. Spitzyn: Eine seltene Fibel von skandinavischem Typus, 
gefunden am Oberlauf des Don. (Russ.) Nachrichten der 
K. Kommission zu St. Petersburg, 1901. Liefg. 1, S. 106 
bis 111. Mit 5 Abbildungen im Text. 
In der Sammlung der gelehrten archäol. Kommission zu Orel befindet 
sich eine silberne Fibel, die 7 Werst von der Stadt Jelez (Gouv. Orel) 
am Flusse Worgla in einem Felsspalt gefunden worden ist. Leider ist die 
Fibel nicht ganz vollständig erhalten, insofern, als ein Stück der einen 
Hälfte fehlt; trotzdem ist das Fundstück wegen seiner Grösse und reichen 
Ornamentik sehr merkwürdig. 
Die Fibel ist etwa 14 cm lang gewesen, der noch erhaltene Rest 
hat eine Länge von 8,5 cm, die Breite betrug 5—6 cm. Die Fibel bestand 
aus 2 durch einen Bogen vereinigten Seitenflügeln; jeder Flügel (Seitenteil) 
ist annähernd rhomboidal. Sowohl das Mittelstück, wie das eine, vollständig 
erhaltene Seitenstück ist reich verziert mit ganzen Tieren und Tierköpfen. 
Was das für Tiere sein sollen, ist nicht zu erkennen, — auffallend sind 
die an dem Ende des erhaltenen Seitenstücks angebrachten sitzenden oder 
kuieenden Tiere. 
Die Fibel ist aus gutem Silber gearbeitet und ihre Oberfläche blass 
vergoldet. Wie deutlich erkennbar, wurden die Figuren einzeln gegossen 
und dann erst auf die Platte aufgelötet; die eigentliche Silberplatte ist 
ausserordentlich dünn, die Unterlage der Silberfibel war offenbar eino kupferne 
oder eiserne, doch hat sich davon nichts erhalten. Die Silberplatte zeigt 
am Rande einige Löcher, mittelst deren sie offenbar an der Unterlage be 
festigt war. Am unteren Teil der Fibel ist der Fuss der Nadel noch sichtbar. 
Das Gewicht des noch erhaltenen Fibelteils ist 224,6 gr, die Silber 
platte allein wiegt 74,4 gr. 
Nach der Ansicht des Archäologen in Stockholm gehört die Fibel 
dem X. Jahrhundert an. Prof. I)r. E. Stieda-Königsberg. 
y) Amerika. 
153- Harlan J. Smith- Summary of the archaeology of Saginaw 
valley, Michigan. American Anthropologist. 1901. N. S. 
Vol. III, S. 501 ff. und 726 ff. 
Smith giebt eine eingehende Aufzählung (und kurze Beschreibung) 
der im Saginaw-Thal in Michigan gefundenen Altertümer; dies Thal wett 
eifert danach an archäologischer Reichhaltigkeit mit den ergiebigsten Fund 
gegenden der Vereinigten Staaten. Prof. Dr. E. Schmidt-Jena.
	        
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