Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Urgeschichte. 
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Steinplatten bedeckt; einzelne Steine waren sehr gross, so dass 6—8 
Menschen zur Fortschaffung notwendig waren. Das Ergebnis der genauen 
Untersuchung ist: eine kleine natürliche Bodenerhebung ist zur Errichtung 
eines grossen Scheiterhaufens hergerichtet. Die Erhebung wurde zunächst 
gleichmässig mit weissem Sand bestreut — die verbrannte Holzmasse 
(Scheiterhaufen) muss sehr beträchtlich gewesen sein, denn eine ausgedehnte 
Schicht von 3—5,5 Werschok (12—16 cm) Asche ist übrig geblieben. 
Auf dieser Aschenschicht ist eine mächtige 1 Sashe (2,1 m) dicke Auf 
schüttung von gelbem Sand erfolgt. Die Sandschicht ist von Kohlen- und 
Aschenstreifen unregelmässig durchzogen. Auf der Schicht, zum Teil in 
derselben, befinden sich grosse Kieselsteine; viele dieser Steine zeigen die 
Spuren der Einwirkung eines starken Feuers, sie zerfallen leicht. Es lässt 
sich nicht ermitteln, durch was für ein Feuer die Steine angegriffen worden 
sind, ob durch das Feuer des ersten Scheiterhaufens oder ein späteres. 
Kiese Aufschüttungsschicht diente zur Aufnahme einer Anzahl Leichen aus 
Verschiedenen Zeitepochen; einige Skelette in sitzender Stellung befinden 
sich in einer Tiefe von 2 J / 2 Arschin (1,75 m), die grosse Menge der 
übrigen Skelette in einer Tiefe von nur 1 Arschin (0,70 m). Was die 
Zeit betrifft, so gehört der tiefe Scheiterhaufen in das X. Jahrhundert, die 
tiefer liegenden sitzenden Skelette in das XII. und XIII. Jahrhundert, die 
°berflächlich liegenden Skelette in das XV. und den Anfang des XVI. Jahr- 
bndert. — Die in der nächsten Nähe befindlichen Kurgane bieten nichts 
besonderes dar. — 
Eine andere Reihe von Ausgrabungen beschäftigt sich mit den Kurganeh 
111 der Nähe des Dorfes Djälliga, von denen ein grosser Teil bereits durch 
üwanowski untersucht worden ist. Die Ergebnisse sind, wie sonst, sehr 
Mannigfaltig; die vielen Einzelheiten können nicht wiedergegeben werden. 
Prof. Dr. L. Stieda-Königsberg. 
151. A. Spitzyn: Über Ausgrabungen in der Nähe des Dorfes 
Baschmatschka im Gebiet von Jekaterinoslaw. 1897. Mit 
20 Figuren im Text. (Russ.) Nachrichten der k. archäolog. 
Kommission. St. Petersburg 1901. Liefg. 1, S. 69—79. 
Drei Werst vom Dorf Baschmatschka, nahe der von Jekaterinoslaw 
üac h Snamenka führenden Poststrasse befindet sich eine Gruppe von Kur- 
ganen von verschiedener Grösse und verschiedenem Aussehen; davon wurden 
b Kurgane aufgegraben und genau untersucht. 
Sehr genaue Beschreibungen und Fundberichte liegen vor. Es handelt 
Slc h um sogenannte skythische Kurgane mit Resten von Pferdeskeletten 
ll ‘ s - w., ein Grab war bereits ausgeraubt. Bemerkenswerth sind einige 
Glasperlen, Perlen von Schwefelkies, goldene Plättchen mit Abbildungen 
ücr Chimaera (Fig. 12), mit dem Kopf der Athene in Helm und anderes mehr. 
Prof. Dr L. Stieda-Königsberg.
        

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