Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 8.1903

B. Referate. Ethnologie. 
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Yerf. hat bei 11 turkmenischen Zigeunern die Körperhöhe gemessen. 
Sie beträgt 1,636 m, also etwas mehr als bei den rumänischen Zigeunern 
(Centralbl. Bd. YII, 1902, S. 351). Bei den Zigeunern aus Turkestan 
haben Wilkins und Ujfalvy noch höhere Zahlen (1,69 m und 1,72 m) ge 
funden und bei denen aus Lykien sogar 1,73 m. Folgende Zahlen beziehen 
sich auf 62 Individuen (Geschlecht nicht angegeben!): Längenbreitenindex 
78,44 (Dolichocephal 74,2°/ 0 , Brachycephal 9°/ 0 ); Längenhöhenindex 67,45, 
Breitenhöhenindex 86 — Nasenindex 69,4, variiert von 55 bis 91. — 
Gesichtsindices: Jochbogenbreite zur Ophryo-Kinnlänge 108,59, zum Ophryo- 
Alveolarfortsatz 73,94, zum Ophryo-Spina nasalis 57,28. — Das Ohr ist 
grösser als bei den rumänischen Zigeunern: Länge 62,6, Breite 36,7, 
Index 58,94. Die Länge der Augenlidöffnung beträgt 33,26, die des Mundes 
54,2 mm. 
Die Irisfarbe ist braun (wohl dunkel) bei 47 Individuen, grau bei 5, 
bläulich bei 2, blau bei 7. Die Haare sind schwarz bei 49, braun bei 10, 
kastanienfarbig bei 2. Die Brocasche Farbenskala würde viel grössere Dienste 
leisten, als die Angabe solcher undeutlichen Epitheta. Die Nase ist in 
31 Fällen mehr oder weniger konvex, in 17 grade, in 11 ein wenig konkav, 
in 2 war die Spitze herabhängend. Für den Vergleich mit den rumänischen 
Zigeunern verweise ich auf das oben veröffentlichte Referat. 
Dr. L. Laloy-Bordeaux. 
131. A. Wiedemann: Das Okapi im alten Ägypten. Umschau 
1902. Bd. YI, Nr. 51. 
Die Entdeckung des Okapi veranlasst den Verfasser zu einer Revision 
der Deutungen, welche bisher das heilige Tier des Gottes Set gefunden hat. 
Es ist bekannt, dass als Urbild des Settierers der Fenek, das Kameel, die 
Giraffe, ein Fabelwesen, das Teile von Gazelle und Esel vereinigen sollte, 
endlich verschiedene Mäusearten erklärt wurden. Zuletzt hat Ref. auch die 
Klefantenrüsselmaus als heiliges Tier des Gottes ansprechen zu dürfen ge 
glaubt (s. d. Centralblatt VII, S. 218). Verfasser erklärt als charakteristisches 
Herkmal des Kopfes des Settiei’es den nach dem Körper zu schräg abfallenden 
Kais, das lange schmale Gesicht, weiterhin die lang ausgezogenen Lippen, 
v °n denen die obere über die untere hervorragt, sodass der Mund fast einen 
^nsselartigen Eindruck macht. Dabei sitzen die Nasenlöcher vorne an der 
Oberlippe; über den beiden Augen zeigt sich an der Stirne je eine knochige, 
ari einen Hornansatz erinnernde Erhöhung (?). Das Ohr ist lang, der Ansatz 
( ^ er Ohrmuschel meist schmal, ihr oberer Abschluss ist fast eine grade Linie, 
nach Ansicht des Verfassers auf Schematisierung beruht, oder bei einge- 
Kngenen Tieren künstlich hergestellt wurde, da ein völlig rechtwinkliger 
Abschluss des Ohres bei keinem lebendem Geschöpfe vorkommt. Als Farbe 
^ es Tieres gilt gelb, oder genauer rot. Verfasser ist nun der Ansicht, dass 
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